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Lebensversicherung in Österreich

Familie absichern, Vorsorge planen – Ratgeber 2026

Aktualisiert am 27. Mai 2026 · Von Mag. Stefan Huber

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Kurzantwort

Eine Lebensversicherung in Österreich zahlt im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Begünstigten aus. Die reine Ablebensversicherung kostet bei einer 40-jährigen Person rund 15–40 Euro Monatsprämie für 200.000 Euro Versicherungssumme (Stand FMA Marktdaten 2025). Auf laufende Prämien fallen 11 Prozent Versicherungssteuer an, bei Einmalerlag 4 Prozent. Bei Laufzeit unter 15 Jahren droht 27,5 Prozent KESt auf den Ertrag (§ 27 EStG). Über durchblicker.at lassen sich Polizzen unverbindlich gegenüberstellen.

Auf einen Blick

  • Ablebensversicherung: nur Todesfallschutz, günstige Prämien ab ~15 Euro/Monat.
  • Er- und Ablebensversicherung: Sparvertrag + Todesfallschutz, garantierte Mindestauszahlung.
  • Fondsgebundene Polizze: Sparteil in Investmentfonds, höhere Renditechance, kein Kapitalschutz.
  • Versicherungssteuer: 4 % Einmalerlag, 11 % laufende Prämie (§ 6 VersStG).
  • KESt: 27,5 % auf Erträge bei Laufzeit unter 15 Jahren oder Kündigung.
  • Aufsicht: Finanzmarktaufsicht (FMA), Konsumentenschutz: AK und VKI.

Eine Lebensversicherung sichert Ihre Familie finanziell ab, falls Ihnen etwas passiert. In Österreich regulieren das Versicherungsvertragsgesetz, das Versicherungssteuergesetz und Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) den Markt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Polizzen-Arten existieren, wann eine Ablebensversicherung sinnvoll ist und wie Steuer, KESt und prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) zusammenspielen.

Arten der Lebensversicherung

Ablebensversicherung

Reiner Todesfallschutz ohne Sparanteil. Niedrige Prämien für hohe Versicherungssumme – ideal zur Familien- oder Kreditabsicherung.

Er- und Ablebensversicherung

Klassische Kapitallebensversicherung mit garantierter Mindestleistung bei Erleben oder Tod. Konservativer Vermögensaufbau.

Fondsgebundene Lebensversicherung

Sparteil wird in Investmentfonds veranlagt. Höhere Renditechance, aber Marktrisiko – keine Kapitalgarantie.

Indexgebundene Lebensversicherung

Erträge orientieren sich an Börsenindizes, häufig mit Mindestverzinsung. Kompromiss zwischen Sicherheit und Renditechance.

Wofür braucht man eine Lebensversicherung?

1

Familienabsicherung

Schutz für Partnerin, Partner und Kinder, wenn das Haupteinkommen wegfällt.

2

Kreditabsicherung

Restschuldversicherung für Wohnkredite, damit Hinterbliebene nicht verkaufen müssen.

3

Altersvorsorge

Langfristiger Kapitalaufbau – PZV mit staatlicher Prämie nach § 108g EStG.

4

Nachlassplanung

Begünstigte erhalten die Versicherungssumme außerhalb der Verlassenschaft.

5

Begräbniskosten

Kleinere Polizzen decken Begräbnis und kurzfristige Liquiditätslücken.

Worauf sollten Sie achten? (Tipps der AK & FMA)

  • Versicherungssumme: 3- bis 5-faches Jahresnettoeinkommen als Richtwert (Quelle: AK Wien Versicherungsberatung).
  • Laufzeit: Bis Kinder selbstständig sind oder der Wohnkredit getilgt ist.
  • Gesundheitsfragen: Wahrheitsgemäß ausfüllen – sonst Leistungsfreiheit gemäß § 16 VersVG.
  • Begünstigte: Namentlich nennen und Änderungen schriftlich nachziehen (Stichwort: Heirat, Scheidung).
  • Überschussbeteiligung: Prognosen kritisch lesen – nur garantierte Werte sind verbindlich (FMA-Tipp).
  • Dynamik: Jährliche Anpassung von Prämie und Summe ohne neue Gesundheitsprüfung.
  • Widerrufsrecht: 30 Tage Rücktritt nach § 165a VersVG, ohne Begründung.
  • Provisionen: Lassen Sie sich Kosten und Provisionen schriftlich offenlegen (VVO Branchenstandard).

Steuerliche Aspekte in Österreich

Die steuerliche Behandlung von Lebensversicherungen in Österreich richtet sich nach Polizzen-Art, Laufzeit und Auszahlungsart. Maßgeblich sind das Versicherungssteuergesetz (VersStG) und das Einkommensteuergesetz (§ 27 EStG).

Versicherungssteuer

Bei laufender Prämienzahlung fallen 11 Prozent Versicherungssteuer an, bei Einmalerlag 4 Prozent (§ 6 VersStG). Die Steuer ist im Bruttobeitrag bereits enthalten.

Kapitalertragsteuer (KESt)

Bei Kündigung vor 15 Jahren oder Laufzeitvereinbarung unter 15 Jahren werden 27,5 Prozent KESt auf den Ertrag fällig (§ 27 Abs. 5 EStG). Über 15 Jahre Laufzeit und laufende Prämie sind Erträge KESt-frei.

Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV)

Nach § 108g EStG erhalten Sparer eine staatliche Prämie (2026: 4,25 Prozent, BMF-Veröffentlichung). Mindestlaufzeit zehn Jahre, Auszahlung typischerweise als lebenslange Rente.

Erbschaft und Schenkung

Österreich kennt keine Erbschafts- oder Schenkungssteuer. Auszahlungen an Begünstigte sind grundsätzlich steuerfrei. Eine Meldepflicht nach dem Schenkungsmeldegesetz besteht für höhere Beträge.

Häufige Fragen

Was kostet eine Ablebensversicherung in Österreich?

Eine 40-jährige Nichtraucherin zahlt für 200.000 Euro Versicherungssumme und 20 Jahre Laufzeit laut FMA-Marktbeobachtung etwa 15 bis 40 Euro Monatsprämie. Rauchen, Vorerkrankungen und Risikoberufe erhöhen die Prämie.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

Die AK Wien empfiehlt das 3- bis 5-fache des Jahresnettoeinkommens, mindestens jedoch die Höhe offener Kredite plus laufende Lebenshaltungskosten für drei bis fünf Jahre.

Wann ist eine Auszahlung steuerfrei?

Erträge aus laufend prämienbezahlten Lebensversicherungen sind nach mindestens 15 Jahren Laufzeit KESt-frei (§ 27 EStG). Bei früherer Kündigung fallen 27,5 Prozent KESt auf den Gewinn an.

Was passiert mit der Polizze bei Scheidung?

Die Versicherungssumme fließt an die im Vertrag genannte begünstigte Person. Nach einer Scheidung sollten Sie die Begünstigung schriftlich anpassen – die Versicherung folgt dem Vertragstext, nicht dem Familienstand.

Welche Behörde ist für Beschwerden zuständig?

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) beaufsichtigt Versicherer, die Bundessparte Versicherungswesen (VVO) koordiniert Branchenstandards und Konsumentenbeschwerden gehen typischerweise an die Schlichtungsstelle des VVO oder an die AK und den VKI.

Lohnt sich eine fondsgebundene Polizze?

Sie bietet höhere Renditechancen, aber kein Kapitalschutz. Sinnvoll bei langem Anlagehorizont (≥ 20 Jahre) und Bereitschaft, Marktschwankungen auszuhalten. Vergleichen Sie Kosten und Fondsauswahl genau (Tipp der FMA).

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