Versicherung

Auslandskrankenversicherung Österreich 2026: Kosten & Schutz

Auslandskrankenversicherung Österreich: Was die e-card nicht deckt, was die Polizze kostet und wann sie sich lohnt. Jetzt Angebote ansehen.

Von Yasin Baytürk20. Juli 202611 Min. LesezeitAktualisiert am 20. Juli 2026

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Ja, eine Auslandskrankenversicherung ist bei den meisten Reisen sinnvoll: Die e-card deckt im Ausland nur die medizinische Grundversorgung zu den Sätzen des jeweiligen öffentlichen Gesundheitssystems, nicht aber Privatbehandlung, den Rücktransport nach Österreich oder Behandlungskosten außerhalb der EU und des EWR. Eine private Auslandskrankenversicherung schließt genau diese Lücke.

Ein Skiunfall in Südtirol oder eine Blinddarmentzündung in Thailand lässt sich nicht planen, die möglichen Kosten dafür aber schon: Sie können im Ausland schnell auf ein Vielfaches dessen steigen, was dieselbe Behandlung in Österreich kosten würde. Wer glaubt, mit der e-card in der Brieftasche auf der sicheren Seite zu sein, irrt in vielen Situationen. Dieser Ratgeber zeigt, was eine Auslandskrankenversicherung in Österreich abdeckt, was sie kostet und worauf Sie beim Abschluss achten sollten. Einen Überblick über weitere Reisebausteine wie Storno und Gepäck liefert unser Reiseversicherung-Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die e-card (EKVK) deckt im EU-/EWR-Raum und in der Schweiz nur die öffentliche Grundversorgung zu Sätzen des jeweiligen Landes, nicht Privatbehandlung, Rücktransport oder Reisen außerhalb Europas.
  • Eine reine Jahres-Auslandskrankenversicherung kostet laut Anbieterübersicht oft schon ab rund 30 Euro für Einzelpersonen und ab rund 60 Euro für Familien pro Jahr.
  • Einzelreise-Policen eignen sich für seltene Reisen; eine Jahrespolizze rechnet sich meist ab zwei bis drei Auslandsaufenthalten im Jahr.
  • Der wichtigste Baustein ist der organisierte Rücktransport nach Österreich, da dieser ohne Versicherung sehr teuer werden kann.
  • Achten Sie auf eine ausreichend hohe Deckungssumme und darauf, dass Vorerkrankungen im Vertrag klar geregelt sind.

Was ist eine Auslandskrankenversicherung?

Eine Auslandskrankenversicherung ist eine private Zusatzpolizze, die medizinische Kosten im Ausland übernimmt, wenn die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise leistet. Sie ergänzt die e-card dort, wo deren Schutz endet: bei privater Behandlung, beim Rücktransport nach Österreich und bei Reisen außerhalb Europas.

In Österreich ist jede erwerbstätige und mitversicherte Person über die ÖGK, SVS oder BVAEB pflichtversichert. Diese gesetzliche Versicherung gilt jedoch primär im Inland. Im Ausland greift sie nur eingeschränkt, und genau diese Lücke soll die Auslandskrankenversicherung schließen. Mehr zum österreichischen Gesundheitssystem insgesamt lesen Sie in unserem Krankenversicherung-Ratgeber.

Wichtig ist die Abgrenzung zur allgemeinen Reiseversicherung: Diese bündelt oft mehrere Bausteine wie Reiserücktritt, Gepäck und eben auch Auslandskranken in einem Paket. Wer ausschließlich das medizinische Risiko absichern will, kann eine reine Auslandskrankenversicherung meist günstiger abschließen als ein Komplettpaket.

Besonders relevant ist der Schutz für Vielreisende, Pendlerinnen und Pendler mit häufigen Auslandsterminen sowie für Personen, die im Ausland Sport treiben, etwa beim Skifahren, Wandern oder Tauchen. Auch Rentnerinnen und Rentner, die einen Teil des Jahres im Ausland verbringen, sollten prüfen, ob ihre gesetzliche Versicherung dort überhaupt greift. Wer beruflich häufig reist, sollte zudem klären, ob eine private Zusatzversicherung über den Arbeitgeber bereits eine Auslandsdeckung enthält, um Doppelversicherungen zu vermeiden.

Reicht die e-card im Ausland?

Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz gilt die Rückseite der e-card als Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK). Damit erhalten Sie im akuten Krankheitsfall Zugang zur öffentlichen Gesundheitsversorgung des jeweiligen Landes, zu denselben Bedingungen wie eine dort versicherte Person.

Genau darin liegt aber die Einschränkung. Die EKVK übernimmt nur, was das öffentliche System vor Ort abdeckt. Das kann in der Praxis Selbstbehalte, Zuzahlungen oder Wartezeiten bedeuten, die in Österreich so nicht anfallen würden. Private Kliniken sind nicht eingeschlossen, ebenso wenig ein organisierter Rücktransport nach Österreich. Außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz, etwa in der Türkei, den USA oder Asien, gilt die e-card grundsätzlich nicht.

Die zuständige Stelle für die e-card und die EKVK ist die Österreichische Gesundheitskasse. Details zum Leistungsumfang im Ausland finden Sie bei der Sozialversicherung und auf dem staatlichen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at. Wer zusätzlich zur Auslandsdeckung auch für Behandlungen in Österreich privat vorsorgen möchte, findet Zahlen dazu in unserem Ratgeber zu den Kosten einer privaten Krankenversicherung.

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Was kostet eine Auslandskrankenversicherung in Österreich?

Eine reine Auslandskrankenversicherung gehört zu den günstigeren Versicherungsbausteinen, gerade im Vergleich zu einem Komplettpaket mit Storno und Gepäck. Die folgende Tabelle zeigt typische Einstiegspreise laut Anbieterangaben.

VarianteTypische KostenHinweis
Einzelreise, Europa (2 Wochen)ab ca. 15 €Nur medizinische Kosten, ohne Storno/Gepäck
Einzelreise, weltweit (2 Wochen)ab ca. 25 €Inklusive Länder außerhalb der EU/EWR
Jahrespolizze, Einzelpersonab ca. 30 €/JahrDeckt beliebig viele Reisen im Jahr
Jahrespolizze, Familieab ca. 60 €/JahrKinder oft im Familientarif mitversichert
Richtwerte laut Anbieterübersicht auf CheckEverything.at, Stand Juli 2026. Die tatsächlichen Kosten hängen von Deckungssumme, Alter und Anbieter ab.

Wer zusätzlich Reiserücktritt und Gepäck absichern möchte, zahlt für ein Komplettpaket deutlich mehr; die konkreten Spannen dafür finden Sie im Reiseversicherung-Ratgeber. Für die reine medizinische Absicherung im Ausland genügt in vielen Fällen die schlanke, günstigere Variante.

Einmal- oder Jahresversicherung?

Ob sich eine Einzelreise- oder eine Jahrespolizze mehr lohnt, hängt vor allem davon ab, wie oft Sie im Jahr verreisen.

Eine Einzelreiseversicherung deckt genau eine Reise für einen festgelegten Zeitraum ab. Sie eignet sich für Personen, die selten oder nur einmal im Jahr ins Ausland fahren, etwa für den einen großen Sommerurlaub. Der Nachteil: Bei jeder zusätzlichen Reise, etwa einem Kurztrip im Jänner nach Deutschland, müssen Sie erneut eine Polizze abschließen oder sind ungedeckt.

Eine Jahres-Auslandskrankenversicherung gilt dagegen für beliebig viele Reisen innerhalb von zwölf Monaten, meist mit einer Obergrenze an Tagen pro Einzelreise. Sie ist ideal für alle, die mehrmals im Jahr verreisen, sei es beruflich, für Kurzurlaube oder Städtetrips. Ab etwa zwei bis drei Auslandsaufenthalten im Jahr ist die Jahrespolizze in der Regel günstiger als mehrere Einzelreiseversicherungen zusammen, zusätzlich zum Vorteil, dass Sie nicht vor jeder Reise an den Abschluss denken müssen.

Worauf Sie achten sollten: Rücktransport, Deckungssumme und Selbstbehalt

Nicht jede Auslandskrankenversicherung ist gleich gut. Vier Punkte verdienen vor dem Abschluss besondere Aufmerksamkeit.

Rücktransport nach Österreich: Dies ist der wirtschaftlich wichtigste Baustein. Ein medizinisch notwendiger Rücktransport, etwa per Ambulanzflugzeug nach einem schweren Unfall, kann ohne Versicherung sehr teuer werden. Prüfen Sie, ob der Vertrag den Transport organisiert und vollständig übernimmt, und nicht nur einen Zuschuss leistet.

Deckungssumme: Je höher die vereinbarte Deckungssumme, desto besser, vor allem bei Reisen in Länder mit hohem Preisniveau im Gesundheitswesen wie den USA. Prüfen Sie im Vertrag, ob die Summe pro Vorfall oder pro Jahr gilt und ob es eine Obergrenze für einzelne Leistungen wie Zahnbehandlungen gibt.

Selbstbehalt und Vorerkrankungen: Manche Polizzen enthalten einen Selbstbehalt pro Schadensfall. Klären Sie außerdem vor Vertragsabschluss, wie der Anbieter mit bestehenden Vorerkrankungen umgeht, da hier je nach Gesellschaft deutliche Unterschiede bestehen. Wer unsicher ist, sollte vor der Reise direkt beim Anbieter nachfragen, statt sich im Ernstfall auf Annahmen zu verlassen.

Sport- und Risikoausschlüsse: Wintersport, Tauchen oder andere aktive Freizeitsportarten sind bei manchen Standardtarifen nur eingeschränkt oder gar nicht mitversichert. Wer im Urlaub Ski fährt oder wandert, sollte im Vertrag gezielt nachlesen, ob diese Aktivitäten eingeschlossen sind oder gegen Aufpreis zugebucht werden müssen. Auch die Nachfrage, ob ambulante Behandlung, Krankenhausaufenthalt und Medikamente jeweils vollständig oder nur anteilig übernommen werden, gehört vor der Unterschrift geklärt.

Auslandskrankenversicherung für Familien

Für Familien lohnt sich in aller Regel eine Jahrespolizze mit Familientarif, statt für jedes Kind eine eigene Versicherung abzuschließen. Bei vielen Anbietern sind Kinder im Familientarif automatisch mitversichert, was die Verwaltung deutlich vereinfacht.

Gerade bei Kindern lohnt ein genauer Blick auf zwei Punkte: erstens, ob die Polizze auch bei Auslandsaufenthalten im Rahmen von Schulreisen oder Austauschprogrammen ohne Begleitung der Eltern greift, und zweitens, ob ambulante wie stationäre Behandlungen gleichermaßen abgedeckt sind. Wenn Großeltern oder andere Angehörige regelmäßig mitreisen, sollte auch deren Absicherung separat geprüft werden, da der Familientarif meist nur den engsten Haushalt umfasst.

Sinnvoll ist außerdem, die Polizzen aller Familienmitglieder auf denselben Zeitraum und dieselbe Deckungssumme abzustimmen. Reisen Eltern und Kinder getrennt, etwa weil ein Elternteil beruflich vorreist, sollte jede Person für sich betrachtet durchgehend versichert sein. Wer parallel eine allgemeine Reiseversicherung mit Storno- und Gepäckschutz plant, findet die passende Ergänzung dazu in unserem Reiseversicherung-Ratgeber, damit medizinischer Schutz und die übrigen Bausteine nicht doppelt oder lückenhaft abgeschlossen werden.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Auslandskrankenversicherung?

Eine Auslandskrankenversicherung ist eine private Zusatzpolizze, die medizinische Kosten im Ausland übernimmt, wenn die e-card nicht oder nur teilweise leistet. Sie deckt typischerweise ambulante und stationäre Behandlung, oft auch den Rücktransport nach Österreich.

Zahlt die e-card im Ausland?

Innerhalb der EU, des EWR und der Schweiz zahlt die e-card als Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) die öffentliche Grundversorgung zu den Sätzen des jeweiligen Landes. Außerhalb dieser Länder, etwa in den USA oder Asien, gilt die e-card grundsätzlich nicht.

Reicht die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK)?

Für eine Basisversorgung im EU-/EWR-Raum und in der Schweiz meist ja, aber nicht vollständig. Die EKVK deckt keine Privatbehandlung, keinen organisierten Rücktransport nach Österreich und oft nicht alle Selbstbehalte des jeweiligen Landes. Eine private Auslandskrankenversicherung schließt diese Lücken.

Was kostet eine Auslandskrankenversicherung in Österreich?

Laut Anbieterübersicht beginnt eine reine Jahres-Auslandskrankenversicherung oft schon bei rund 30 Euro für Einzelpersonen und rund 60 Euro für Familien. Einzelreise-Policen für zwei Wochen gibt es ab etwa 15 Euro für Europa und ab etwa 25 Euro weltweit. Die genauen Kosten hängen von Deckungssumme, Alter und Anbieter ab.

Einmal- oder Jahres-Auslandskrankenversicherung?

Wer selten verreist, etwa einmal im Jahr, fährt mit einer Einzelreiseversicherung meist günstiger. Ab rund zwei bis drei Auslandsaufenthalten im Jahr lohnt sich in der Regel eine Jahrespolizze, da sie beliebig viele Reisen abdeckt und den wiederholten Abschluss erspart.

Deckt sie den Rücktransport nach Österreich?

Bei einer guten Auslandskrankenversicherung ja, das ist einer der wichtigsten Bausteine überhaupt. Prüfen Sie vor Abschluss genau, ob der Vertrag einen medizinisch notwendigen Rücktransport organisiert und vollständig übernimmt, denn die e-card deckt diesen Fall nicht ab.

Brauche ich sie auch innerhalb der EU?

Empfehlenswert ist sie auch innerhalb der EU, weil die e-card dort zwar die öffentliche Grundversorgung, aber nicht Privatbehandlung, Selbstbehalte des jeweiligen Landes oder den Rücktransport nach Österreich abdeckt. Gerade bei schweren Erkrankungen oder Unfällen kann diese Lücke teuer werden.

Fazit: Ohne Auslandskrankenversicherung reisen Sie mit Lücke

Die e-card ist ein guter Basisschutz innerhalb Europas, aber kein vollständiger Ersatz für eine Auslandskrankenversicherung. Wer außerhalb der EU, des EWR oder der Schweiz unterwegs ist, hat ohne private Absicherung praktisch keinen Krankenversicherungsschutz. Und selbst innerhalb Europas bleiben Rücktransport, Privatbehandlung und einzelne Selbstbehalte offene Risiken.

Klären Sie vor jeder Reise drei Dinge: ob die Polizze den Rücktransport vollständig deckt, wie hoch die Deckungssumme ist, und ob eine Einzelreise- oder eine Jahresversicherung für Ihr Reiseverhalten passt. Wer mehrmals im Jahr verreist, fährt mit einer Jahrespolizze meist besser, sowohl finanziell als auch organisatorisch.

Nehmen Sie sich vor Vertragsabschluss die Zeit, die Versicherungsbedingungen tatsächlich zu lesen, statt sich allein auf die Werbeaussagen eines Anbieters zu verlassen. Gerade Ausschlüsse für bestimmte Sportarten, Vorerkrankungen oder Länder außerhalb des vereinbarten Geltungsbereichs zeigen sich oft erst im Kleingedruckten. Eine gut gewählte Auslandskrankenversicherung kostet im Vergleich zu den möglichen Behandlungskosten im Ausland wenig und nimmt Ihnen im Ernstfall die größte finanzielle Sorge ab.

Weiterführende Ratgeber:

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ist keine Finanz- oder Rechtsberatung. Die genannten Kosten und Konditionen basieren auf Anbieterangaben und können sich ändern. Prüfen Sie die konkreten Vertragsbedingungen vor Abschluss immer direkt beim Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: Juli 2026.

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Yasin Baytürk

Medieninhaber und Herausgeber

Yasin Baytürk ist Medieninhaber und Herausgeber von CheckEverything.at. Er verantwortet die redaktionellen Inhalte und stützt sich dabei auf österreichische Tier-1-Quellen wie AK, FMA, OeNB und E-Control.

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Stand der Informationen: 20. Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.