Dynamische Stromtarife 2026: Smart Meter & Börsenpreise erklärt
Dynamische Stromtarife in Österreich 2026: Wie funktionieren variable Tarife? Lohnt sich der Wechsel? Smart Meter Voraussetzungen und Anbieter im Vergleich.
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Dynamische Stromtarife: Die Revolution am Energiemarkt
Seit 2024 müssen alle österreichischen Stromanbieter dynamische Stromtarife anbieten – doch was bedeutet das konkret? Bei diesen Tarifen orientiert sich der Strompreis an den aktuellen Börsenpreisen und kann sich stündlich oder viertelstündlich ändern.
Neu seit 2024
Die EU-Strommarktrichtlinie verpflichtet alle Energieversorger, dynamische Tarife anzubieten. In Österreich ist ein Smart Meter Voraussetzung für diese Tarife.
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Wie funktionieren dynamische Stromtarife?
Das Prinzip: Börsenpreis + Aufschlag
| Komponente | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Börsenpreis (EPEX Spot) | Aktueller Marktpreis an der Strombörse | z.B. 8,5 Cent/kWh |
| Anbieter-Aufschlag | Fixe Marge des Stromanbieters | z.B. 2-4 Cent/kWh |
| Netzentgelt | Fixe Kosten für Stromtransport | z.B. 5-8 Cent/kWh |
| Steuern & Abgaben | USt, Elektrizitätsabgabe etc. | z.B. 3-4 Cent/kWh |
| Gesamtpreis | Variiert je nach Tageszeit | 18-30 Cent/kWh |
Preisschwankungen im Tagesverlauf
| Tageszeit | Typischer Börsenpreis | Grund |
|---|---|---|
| 02:00-06:00 Uhr | 2-5 Cent/kWh | Niedrige Nachfrage, Wind weht oft nachts |
| 11:00-15:00 Uhr | 3-8 Cent/kWh | Viel Solarstrom verfügbar |
| 07:00-09:00 Uhr | 10-15 Cent/kWh | Morgendliche Verbrauchsspitze |
| 17:00-20:00 Uhr | 15-25 Cent/kWh | Abendliche Spitzenlast |
Voraussetzungen: Smart Meter notwendig
Für dynamische Stromtarife benötigen Sie einen Smart Meter – ein digitaler Stromzähler, der den Verbrauch in 15-Minuten-Intervallen misst.
Smart Meter Rollout in Österreich 2026
| Netzbetreiber | Rollout-Stand | Kontakt |
|---|---|---|
| Wiener Netze | 95% abgeschlossen | wienernetze.at |
| Netz Oberösterreich | 90% abgeschlossen | netzooe.at |
| Netz Niederösterreich | 85% abgeschlossen | netz-noe.at |
| Salzburg Netz | 88% abgeschlossen | salzburgnetz.at |
| Energie Steiermark | 82% abgeschlossen | e-netze.at |
So aktivieren Sie Ihren Smart Meter
- Smart Meter vorhanden? Prüfen Sie Ihren Stromzähler – digitale Anzeige = Smart Meter
- 15-Minuten-Messung aktivieren: Kontaktieren Sie Ihren Netzbetreiber oder nutzen Sie das Online-Portal
- Opt-In erforderlich: Sie müssen aktiv zustimmen, dass Ihre Daten im 15-Minuten-Takt erfasst werden
- Warten: Aktivierung dauert ca. 2-4 Wochen
Wichtig: Opt-In für 15-Minuten-Messung
Standardmäßig messen Smart Meter nur täglich. Für dynamische Tarife benötigen Sie die viertelstündliche Messung – diese müssen Sie aktiv beim Netzbetreiber anfordern.
Anbieter dynamischer Stromtarife in Österreich
| Anbieter | Tarifname | Aufschlag | Grundgebühr |
|---|---|---|---|
| aWATTar | HOURLY | 3,0 Cent/kWh | €3,29/Monat |
| Verbund | VERBUND-Strom Dynamisch | 2,5 Cent/kWh | €4,00/Monat |
| Tibber | Tibber | 2,5 Cent/kWh | €3,99/Monat |
| Energie AG | Strom Flex | 3,5 Cent/kWh | €5,00/Monat |
| Wien Energie | OPTIMA Float | 4,0 Cent/kWh | €4,50/Monat |
Für wen lohnen sich dynamische Tarife?
Ideale Voraussetzungen
Dynamische Tarife lohnen sich, wenn:
- ✓ Sie einen Smart Meter mit 15-Minuten-Messung haben
- ✓ Sie Verbrauch zeitlich verlagern können (Waschmaschine, Geschirrspüler, E-Auto)
- ✓ Sie eine Wärmepumpe oder einen Speicher nutzen
- ✓ Sie eine PV-Anlage mit Batterie besitzen
- ✓ Sie Ihr E-Auto flexibel laden können
Weniger geeignet für
Eher nicht empfohlen, wenn:
- ✗ Sie tagsüber arbeiten und nur abends verbrauchen (Spitzenlastzeit)
- ✗ Sie keine flexiblen Großverbraucher haben
- ✗ Sie Planungssicherheit bei den Kosten brauchen
- ✗ Sie keinen Smart Meter haben oder keinen wollen
Sparpotenzial: Konkrete Beispiele
Beispiel 1: Haushalt mit E-Auto
| Szenario | Fixpreis-Tarif | Dynamischer Tarif | |----------|----------------|-------------------| | Haushaltsverbrauch (4.000 kWh) | €1.000/Jahr | €900/Jahr | | E-Auto-Laden (3.000 kWh) nachts | €750/Jahr | €400/Jahr | | Gesamt | €1.750/Jahr | €1.300/Jahr | | Ersparnis | - | €450/Jahr |
Beispiel 2: Haushalt mit Wärmepumpe
| Szenario | Fixpreis-Tarif | Dynamischer Tarif | |----------|----------------|-------------------| | Haushaltsverbrauch (3.500 kWh) | €875/Jahr | €800/Jahr | | Wärmepumpe (5.000 kWh) | €1.250/Jahr | €900/Jahr | | Gesamt | €2.125/Jahr | €1.700/Jahr | | Ersparnis | - | €425/Jahr |
Beispiel 3: Normaler Haushalt ohne Flexibilität
| Szenario | Fixpreis-Tarif | Dynamischer Tarif | |----------|----------------|-------------------| | Verbrauch hauptsächlich abends | €900/Jahr | €950/Jahr | | Ersparnis | - | -€50/Jahr (Mehrkosten!) |
Fazit
Ohne Flexibilität beim Verbrauch können dynamische Tarife sogar teurer sein als Fixpreis-Tarife!
Smart Home: Automatisierung nutzen
Empfohlene Geräte für dynamische Tarife
| Gerät | Funktion | Preis ca. |
|---|---|---|
| Smart Plug mit Zeitsteuerung | Schaltet Geräte zu günstigen Zeiten ein | €20-40 |
| E-Auto Wallbox mit OCPP | Lädt automatisch bei günstigen Preisen | €500-1.500 |
| Wärmepumpen-Steuerung (SG Ready) | Heizt bei günstigem Strom vor | Oft integriert |
| Batteriespeicher | Speichert günstigen Strom | €5.000-15.000 |
| Home Assistant / ioBroker | Zentrale Steuerung aller Geräte | €100 + Zeit |
Apps der Anbieter
Die meisten Anbieter dynamischer Tarife bieten Apps, die:
- Aktuelle und kommende Preise anzeigen
- Günstige Zeitfenster hervorheben
- Verbrauchsanalysen liefern
- Push-Benachrichtigungen bei niedrigen Preisen senden
Risiken dynamischer Stromtarife
Preisrisiko
Achtung: Extreme Preisschwankungen möglich
- • In Extremsituationen kann der Börsenpreis auf 50-100 Cent/kWh steigen
- • Bei negativen Preisen (selten) zahlt der Anbieter – Sie profitieren nicht automatisch
- • Kältewellen oder Gaskrise können Preise wochenlang hochhalten
Komplexität
- Tägliche Beschäftigung mit Preisen erforderlich
- Ohne Automatisierung aufwändig
- Abrechnungen schwerer nachzuvollziehen
Vergleich: Fix vs. Dynamisch vs. Floater
| Kriterium | Fixpreis-Tarif | Floater (monatlich) | Dynamisch (stündlich) |
|---|---|---|---|
| Planbarkeit | Hoch | Mittel | Gering |
| Sparpotenzial | Gering | Mittel | Hoch (mit Flexibilität) |
| Smart Meter nötig? | Nein | Nein | Ja (15-Min-Messung) |
| Aufwand | Keiner | Keiner | Mit Smart Home gering |
| Empfohlen für | Planungssicherheit | Normalverbraucher | E-Auto, Wärmepumpe, PV |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel kann ich mit dynamischen Tarifen sparen?
Das hängt stark von Ihrer Flexibilität ab. Mit E-Auto oder Wärmepumpe sind €300-500/Jahr möglich. Ohne flexible Großverbraucher ist die Ersparnis gering oder es entstehen sogar Mehrkosten.
Kann der Preis auch negativ werden?
Ja, bei sehr viel Wind- und Solarstrom kann der Börsenpreis negativ werden. Allerdings geben die meisten Anbieter negative Preise nicht an Kunden weiter – Sie zahlen dann 0 Cent für den Energieanteil, aber weiterhin Netzentgelt und Steuern.
Wie erfahre ich die aktuellen Preise?
Die Anbieter-Apps zeigen die Preise für die nächsten 24 Stunden an (meist ab 14:00 Uhr für den Folgetag). Auch Websites wie aWATTar oder ENTSO-E zeigen die Börsenpreise öffentlich.
Muss ich den Smart Meter im Keller haben?
Ihr Netzbetreiber tauscht den Zähler aus – der Einbauort bleibt gleich (meist Keller oder Zählerkasten). Sie müssen nichts tun außer einen Termin zu vereinbaren, falls noch kein Smart Meter verbaut ist.
Kann ich jederzeit zurück zu einem Fixpreis-Tarif?
Ja, dynamische Tarife haben meist kurze Kündigungsfristen (oft monatlich). Ein Wechsel zurück zu einem Fixpreis-Tarif ist jederzeit möglich.
Checkliste: Umstieg auf dynamische Tarife
✅ Vor dem Wechsel prüfen
- ☐ Smart Meter: Ist einer vorhanden?
- ☐ 15-Minuten-Messung: Beim Netzbetreiber aktivieren
- ☐ Flexibilität: Welche Großverbraucher können zeitversetzt laufen?
- ☐ Smart Home: Automatisierung möglich/vorhanden?
- ☐ Anbieter vergleichen: Aufschläge und Grundgebühren beachten
- ☐ Testphase: Zunächst 3-6 Monate testen
Fazit: Dynamische Stromtarife 2026
Dynamische Stromtarife bieten echtes Sparpotenzial – aber nur für Haushalte mit flexiblem Verbrauch. E-Auto-Besitzer, Wärmepumpen-Nutzer und Smart-Home-Enthusiasten können €300-500 pro Jahr sparen.
Für Normalverbraucher ohne flexible Großverbraucher sind Floater-Tarife (monatliche Preisanpassung) oft der bessere Kompromiss zwischen Flexibilität und Planbarkeit.
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Quellen: E-Control, EPEX Spot, aWATTar, Verbund. Aktualisiert: Februar 2026.
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Stand der Informationen: November 2024. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.
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