Energie

Strompreisbremse-Ende: Was 2026 in Österreich gilt

Die Strompreisbremse lief mit 31.12.2024 aus. Was bedeutet das 2026 für Ihre Stromrechnung? Wir erklären die Folgen, neue Netzkosten und welche Schritte 2026 sinnvoll sind.

Von Daniel Steiner27. Mai 20268 Min. Lesezeit

Direct Answer

Die Strompreisbremse endete in Österreich mit 31.12.2024 (Gewerbe bis 30.6.2025). 2026 ist sie nicht in Kraft. Dafür gelten 2026 die volle Elektrizitätsabgabe (mit angekündigter Teilsenkung im Lauf des Jahres), die regulär bepreisten Netzentgelte und die volle CO₂-Bepreisung. Wer 2026 entlastet werden will, sollte den Anbieter prüfen, den Sozialtarif beantragen (falls anspruchsberechtigt) und den Verbrauch senken. Quellen: E-Control, BMF, AK Österreich.

TL;DR

  • Die Strompreisbremse lief mit 31.12.2024 aus, eine Wiedereinführung ist 2026 nicht beschlossen.
  • Hauptkostentreiber 2026: höhere Netzentgelte, volle Elektrizitätsabgabe, fortlaufende CO₂-Bepreisung.
  • Anbieterwechsel bleibt der wirksamste Einzelhebel — Energieanteil ist verhandelbar.
  • Einkommensschwache Haushalte können 2026 Sozialtarif/Energiekostenzuschuss prüfen.
  • Verlässliche Quellen: E-Control Tarifkalkulator, AK Österreich, BMF.

Die Strompreisbremse war 2023 und 2024 eine zentrale Entlastung für Haushalte. Mit Ablauf der Maßnahme am 31. Dezember 2024 zahlen Haushalte seither den vollen Marktpreis plus Abgaben. Dieser Ratgeber erklärt, was 2026 in Österreich tatsächlich gilt, wie sich die Stromrechnung zusammensetzt und welche legalen Hebel Sie heute haben. Alle Aussagen basieren auf öffentlich verfügbaren Angaben der E-Control, des BMF und der Arbeiterkammer.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Ratgeber ist allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Energie- oder Rechtsberatung. Preise, Abgaben und Förderungen können sich kurzfristig ändern. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Veröffentlichungen von E-Control, BMF und Netzbetreiber. Stand: 27. Mai 2026.

Was war die Strompreisbremse — und warum endete sie?

Die Strompreisbremse war eine zeitlich befristete Förderung der Bundesregierung. Sie deckelte den Energieanteil des Strompreises für private Haushalte bei 10 Cent pro Kilowattstunde (netto) für einen Verbrauch bis 2.900 kWh pro Jahr. Den darüberliegenden Marktpreis übernahm der Bund. Rechtsgrundlage war das Stromkostenzuschussgesetz (SKZG).

Mit Ende des SKZG zum 31.12.2024 endete die Förderung für Privathaushalte. Für Gewerbe und Landwirtschaft mit Hauptwohnsitz am Betriebsort galt eine Übergangsfrist bis 30. Juni 2025. Begründung des BMF: Die Großhandelspreise hatten sich nach dem Energiepreisschock von 2022 wieder normalisiert, eine pauschale Subvention war nicht mehr verhältnismäßig.

MerkmalStrompreisbremse (2023 bis 31.12.2024)Situation 2026
Energieanteil gedeckelt10 Cent/kWh (netto) bis 2.900 kWhVoller Marktpreis
Maximale EntlastungBis ca. 290 € pro Jahr (rechnerisch)Entfällt
NetzkostenzuschussIn 2024 aktivNicht mehr in Kraft
ElektrizitätsabgabeReduziertWieder voll; Senkung im Lauf 2026 angekündigt

Stromrechnung 2026: Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Eine österreichische Stromrechnung besteht 2026 weiterhin aus drei Hauptblöcken: Energieanteil, Netzentgelt und Steuern/Abgaben. Nur einer dieser Blöcke ist durch einen Anbieterwechsel direkt beeinflussbar.

KostenblockAnteil (Richtwert)Beeinflussbar?
Energieanteilca. 35 %Ja — durch Anbieterwechsel
Netzentgeltca. 30 %Nein — vom regionalen Netzbetreiber festgelegt
Steuern und Abgabenca. 35 %Nein — gesetzlich festgelegt

Quelle: E-Control, Standardrechnungsstruktur Strom Österreich. Die Anteile variieren je nach Tarif und Verbrauch.

Was 2026 statt der Strompreisbremse gilt

Höhere Netzentgelte

Die E-Control hat für 2026 eine Anpassung der Systemnutzungsentgelte veröffentlicht. Die Entwicklung verläuft regional unterschiedlich; sie wird vor allem durch Investitionen in die Stromnetze für die Energiewende und durch die Inflationsabgeltung getrieben. Maßgeblich sind die jeweiligen Tarifblätter Ihres regionalen Netzbetreibers. Eine pauschale Prozentangabe wäre irreführend.

Elektrizitätsabgabe

Die Elektrizitätsabgabe ist 2026 wieder voll wirksam. Laut Budgetdienst des Parlaments und Berichten der österreichischen Tageszeitungen ist im Lauf des Jahres 2026 eine Teilsenkung der Elektrizitätsabgabe vorgesehen, um Haushalte zu entlasten. Der genaue Beschluss und das Inkrafttreten sind über BMF und Parlament nachzuvollziehen.

Erneuerbaren-Förderbeitrag und Ökoabgaben

Die Förderkostenpauschalen für erneuerbare Energien werden jährlich neu festgesetzt. Die aktuellen Werte sind im Bundesgesetzblatt und auf e-control.at abrufbar.

CO₂-Bepreisung

Die nationale CO₂-Bepreisung in Österreich läuft 2026 weiter. Ab 2027 wird sie durch das EU-weite Emissionshandelssystem ETS-2 ersetzt. Wie stark sich das auf den Strompreis durchschlägt, hängt vom Strommix und der konkreten Ausgestaltung des ETS-2 ab.

Hinweis: Konkrete Cent-Beträge pro kWh ändern sich je nach Bundesland und Netzbetreiber. Für Ihre individuelle Rechnung nutzen Sie den unabhängigen Tarifkalkulator der E-Control (e-control.at).

Was Haushalte 2026 konkret tun können

1. Stromanbieter prüfen statt nur dem Grundversorger vertrauen

Der wirksamste Einzelhebel gegen hohe Stromkosten bleibt 2026 der Anbieterwechsel. Der Energieanteil ist der Teil der Rechnung, den Sie tatsächlich verhandeln können. Wer seit der Strompreisbremse beim Grundversorger geblieben ist, zahlt 2026 oft deutlich über dem Marktdurchschnitt.

So gehen Sie strukturiert vor:

  1. Letzte Jahresabrechnung suchen — Jahresverbrauch in kWh und aktueller Arbeitspreis notieren.
  2. Zählpunktnummer auf der Rechnung suchen (33-stelliger Code, beginnt meist mit AT).
  3. Im Stromanbieter Vergleich Österreich 2026 Marktpreis prüfen.
  4. Anleitung zum Stromanbieter wechseln in Österreich durchgehen — der Wechsel ist kostenlos, der neue Anbieter übernimmt die Kündigung.
  5. Auf Gesamtkosten achten, nicht nur Arbeitspreis. Grundgebühr, Boni und Vertragslaufzeit zählen mit.

2. Sozialtarif und Energiekostenzuschuss prüfen

Für Haushalte mit niedrigem Einkommen gibt es 2026 Entlastungsmaßnahmen abseits der Strompreisbremse. Details und Antragswege sind im Ratgeber zum Sozialtarif Strom 2026 zusammengefasst. Zuständig sind je nach Maßnahme E-Control, AK Österreich und das Sozialministerium.

3. Verbrauch ehrlich analysieren

Der Energieanteil sinkt linear mit jeder eingesparten Kilowattstunde — und zwar bei der laufenden Rechnung, nicht erst beim nächsten Vertrag.

BereichTypische StromfresserPraktischer Ansatz
HeizenElektroheizungen, HeizlüfterNur punktuell einsetzen, Räume runterregeln
WarmwasserElektrische BoilerTemperatur auf 55 bis 60 °C reduzieren
KühlenAlte Kühlschränke, GefriertruhenEnergieeffizienzklasse prüfen, abtauen
Waschen und TrocknenWäschetrocknerLufttrocknen, Eco-Programme nutzen
StandbyTV, Konsole, LadegeräteSteckerleisten mit Schalter

4. Mittel- bis langfristig: Effizienz und Eigenstrom

Wer 2026 oder 2027 ohnehin investieren will, sollte Energieeffizienz mitdenken. Hauptansätze:

  • LED-Beleuchtung konsequent umsetzen, alte Halogenleuchten austauschen.
  • Smart-Meter-Daten regelmäßig prüfen — viele Netzbetreiber stellen Stundenwerte im Kundenportal bereit.
  • Photovoltaik mit oder ohne Speicher prüfen; Förderungen laufen 2026 weiter über den Klima- und Energiefonds.
  • Wärmepumpe statt Elektroheizung; abhängig von der Gebäudehülle und der Frage, ob eine Sanierung sinnvoll ist.
  • Thermische Sanierung über Bundes- und Landesförderungen; Antragsstellen sind die jeweiligen Landesregierungen.

Anlaufstellen für 2026

StelleArtWofür
E-Control TarifkalkulatorBehördliches Portal (e-control.at)Neutraler Tarifüberblick, alle Anbieter
Arbeiterkammer ÖsterreichBeratung (arbeiterkammer.at)Kostenlose Energieberatung, Rechtsschutz
BMF / ParlamentBundesministerium für FinanzenStromabgaben, Steueränderungen 2026
DurchblickerKonsumenten-Plattform (durchblicker.at)Tarif-Übersicht inklusive direkter Wechsel

Häufige Fragen (FAQ)

Wann endete die Strompreisbremse genau?

Für private Haushalte mit 31.12.2024. Für Gewerbetreibende und Landwirte mit Hauptwohnsitz am Betriebsort galt eine verlängerte Frist bis 30.6.2025. Rechtsgrundlage war das Stromkostenzuschussgesetz (SKZG). Bestätigt durch BMF und E-Control.

Wird die Strompreisbremse 2026 wieder eingeführt?

Nein. Bis zum Redaktionsstand dieses Ratgebers (27.5.2026) liegt kein Regierungsbeschluss zu einer Wiedereinführung vor. Die Bundesregierung kommuniziert stattdessen eine teilweise Senkung der Elektrizitätsabgabe und gezielte Maßnahmen für einkommensschwache Haushalte.

Wie hoch ist die Mehrbelastung 2026 ohne Bremse?

Eine seriöse pauschale Zahl existiert nicht. Die Mehrbelastung hängt von Wohnort (Netzbetreiber), Jahresverbrauch und Tarif ab. Für eine belastbare Schätzung nutzen Sie den E-Control Tarifkalkulator und vergleichen mit Ihrer letzten Jahresabrechnung.

Was bringt ein Anbieterwechsel 2026 wirklich?

Der Energieanteil ist 2026 der einzige beeinflussbare Block der Stromrechnung. Wer noch im Grundversorger-Tarif aus 2024 steckt, kann durch Wechsel den Energieanteil oft deutlich senken. Die konkrete Ersparnis hängt vom Ausgangstarif ab — der Tarifkalkulator zeigt es individuell.

Gibt es 2026 staatliche Hilfen für die Stromrechnung?

Ja, aber zielgerichtet statt pauschal. Möglich sind unter Voraussetzungen Sozialtarif, GIS-Befreiung als Energiekostenzuschuss und Härtefondsmittel. Antrag und Details laufen je nach Maßnahme über E-Control, AK Österreich und das Sozialministerium.

Checkliste für 2026

  1. Letzte Stromabrechnung griffbereit — Jahresverbrauch in kWh notieren.
  2. Zählpunktnummer suchen (33-stellig, beginnt mit AT).
  3. E-Control Tarifkalkulator nutzen — neutraler Marktüberblick.
  4. Gesamtkosten vergleichen (Arbeitspreis + Grundgebühr + Boni).
  5. Vertragsbedingungen prüfen — Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie.
  6. Bei attraktivem Angebot wechseln (Anbieter übernimmt Kündigung).
  7. Bei niedrigem Einkommen: Sozialtarif und Energiekostenzuschuss prüfen.
  8. Stromfresser identifizieren — Standby, Warmwasser, alte Großgeräte.
  9. Jährliche Wiedervorlage setzen — viele Neukundenboni gelten nur 12 Monate.

Fazit

Die Strompreisbremse endete am 31.12.2024 — sie ist 2026 nicht zurück. Was 2026 zählt, ist Eigenaktivität: Anbieter prüfen, Verbrauch ehrlich anschauen, Sozialleistungen nutzen, falls anspruchsberechtigt. Der Wettbewerb am Strommarkt funktioniert weiterhin, und der Energieanteil ist der einzige Block der Rechnung, den Sie selbst beeinflussen können. Wer 2026 nichts tut, zahlt mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als nötig.

Auch beim Lebensmittelkauf zahlt sich Aufmerksamkeit aus: Das seit 1. April 2026 geltende Anti-Mogelpackungs-Gesetz macht versteckte Preiserhöhungen durch Shrinkflation am Regal sichtbar.


Quellen: E-Control (e-control.at), Bundesministerium für Finanzen (bmf.gv.at), Arbeiterkammer Österreich (arbeiterkammer.at), Budgetdienst des Parlaments (parlament.gv.at), durchblicker.at.

Stand: 27. Mai 2026. Alle Angaben dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Veröffentlichungen der zuständigen Behörden und Ihres regionalen Netzbetreibers. Ohne Gewähr.

Über den Autor: Daniel Steiner ist Energie-Redakteur bei CheckEverything.at und beobachtet seit 2022 die österreichische Energiepreisentwicklung. Schwerpunkte: Strom- und Gastarife, E-Control-Regulierung, Energiekostenentlastungen.

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Stand der Informationen: November 2024. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.