Finanzen

Bausparkassen Österreich 2026: 4 Anbieter im Überblick

Vier Bausparkassen, eine staatliche Prämie von 1,5 % auf bis zu €1.200/Jahr. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich Tarife unterscheiden – und worauf es beim Bausparen 2026 wirklich ankommt.

Von Thomas Mayer27. Februar 202611 Min. Lesezeit

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Aktualisiert am 27. Mai 2026 · Autor: Thomas Mayer · Lesezeit: 11 Min.

In Österreich sind aktuell vier Bausparkassen von der Finanzmarktaufsicht (FMA) zugelassen: Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse, start:bausparkasse und Bausparkasse Wüstenrot. Wer 2026 einen Bausparvertrag abschließt, erhält vom Staat eine Prämie von 1,5 Prozent auf Einzahlungen bis €1.200 pro Person und Jahr – also höchstens €18 pro Jahr. Ob sich das lohnt, hängt vor allem davon ab, ob Sie das Geld für eine Immobilie brauchen oder ob Sie einfach nur sicher sparen wollen.

Direkte Antwort

Wie vergleicht man Bausparkonditionen in Österreich 2026? Achten Sie nicht auf den beworbenen Spitzenzins, sondern auf den garantierten Effektivzinssatz nach der Bausparkassen­verordnung im vorvertraglichen Tarifblatt. Vergleichen Sie zusätzlich die einmalige Abschlussgebühr (üblich rund 1 % der Bausparsumme), eventuelle Kontoführungsgebühren sowie die Bedingungen für den Bonuszins (Mindestlaufzeit, Mindesteinzahlung, Online-Abschluss). Aktuelle Konditionen aller vier Anbieter zeigt der unabhängige AK-Bankenrechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Bausparkassen in Österreich – alle von der FMA zugelassen. Größter Anbieter ist Raiffeisen, dahinter folgen s Bausparkasse, start:bausparkasse und Wüstenrot.
  • Die staatliche Prämie beträgt 1,5 % auf bis zu €1.200 Einzahlung pro Jahr. Das sind maximal €18 pro Person, jedes Jahr.
  • Mindestens sechs Jahre lang müssen Sie sparen, bevor Sie die volle Prämie behalten dürfen. Bei vorzeitiger Kündigung fliegt die Prämie weg.
  • Bausparen eignet sich besonders, wenn Sie in den nächsten zehn Jahren bauen oder kaufen wollen. Für reine Rendite ist Tagesgeld derzeit attraktiver.

Die 4 Bausparkassen in Österreich

Die vier Anbieter arbeiten alle nach dem gleichen gesetzlichen Grundprinzip, unterscheiden sich aber in Vertriebsweg, Tarifen und Service. Hier ein Überblick:

BausparkasseEigentümergruppeProfil
Raiffeisen BausparkasseRaiffeisen-Sektor (RBI)Größte Bausparkasse Österreichs nach Vertragsbestand. Vertrieb über Raiffeisenbanken – persönliche Beratung inklusive.
s BausparkasseSparkassen-Gruppe (Erste Group)Bausparkasse der österreichischen Sparkassen. Kontoführung über George, dem Online-Banking der Erste Group.
start:bausparkasseEigenständige AG (ehemals Wüstenrot)Digitalfokus: Der Vertrag lässt sich vollständig online abschließen und verwalten. Oft niedrigere Spesen als bei Filialanbietern.
Bausparkasse WüstenrotWüstenrot-GruppeLange Marktpräsenz, Vertrieb über eigene Filialen und Berater. Bietet auch Versicherungsprodukte aus einer Hand.

Stand: Mai 2026. Alle vier Anbieter sind im FMA-Register für Bausparkassen eingetragen.

Bausparprämie 2026: Was der Staat dazugibt

Die Prämie wird jedes Jahr per Verordnung festgelegt. Für 2026 hat das Finanzministerium den Satz auf 1,5 Prozent festgeschrieben – genauso wie 2024 und 2025. Das ist der gesetzliche Mindestsatz; in Jahren mit höherem Zinsumfeld kann die Prämie bis zu 4 Prozent betragen.

Staatliche Bausparprämie 2026

  • Prämiensatz: 1,5 % auf gewidmete Einzahlungen
  • Maximal geförderte Einzahlung: €1.200 pro Person/Jahr
  • Maximale Jahresprämie: €18 pro Person
  • Berechtigt: Jede in Österreich unbeschränkt steuerpflichtige Person
  • Bindungsfrist: 6 Jahre ab Vertragsabschluss

Quelle: § 108 EStG iVm. jährlicher BMF-Verordnung. Aktuelle Verordnung auf bmf.gv.at.

Die Prämie selbst ist steuerfrei. Auf die Zinsen aus dem Bausparvertrag fällt allerdings die übliche Kapitalertragsteuer (KESt) von 25 Prozent an – wie bei jedem Sparkonto auch. Details dazu stehen im Tarifblatt jedes Anbieters.

Jedes Familienmitglied kann einen eigenen Vertrag abschließen. Kinder, sobald sie eine Sozialversicherungsnummer haben, ebenfalls. Bei einer vierköpfigen Familie lassen sich so bis zu €4.800 pro Jahr steueroptimiert ansparen und €72 Prämie pro Jahr kassieren.

So funktioniert ein Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag läuft in zwei Phasen:

Phase 1 – Sparen (mindestens 6 Jahre): Sie zahlen ein, bekommen Basiszins und die staatliche Prämie. Die Bausparsumme legen Sie selbst fest – üblich sind €25.000 bis €220.000. Wer die volle Prämie will, zahlt €1.200 pro Jahr ein, entweder monatlich (€100) oder einmal jährlich.

Phase 2 – Zuteilung: Nach Ablauf der sechsjährigen Bindung wird der Vertrag zugeteilt. Sie haben dann drei Möglichkeiten: Guthaben auszahlen, den Vertrag prolongieren oder das Bauspardarlehen beanspruchen.

Das Bauspardarlehen ist der eigentliche Clou. Nach sechs Jahren haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf ein Darlehen mit zinsbegrenztem Zinssatz – auch wenn die Marktzinsen in der Zwischenzeit gestiegen sind. Das ist de facto eine Zinsversicherung für Ihr künftiges Eigenheim.

Tarife vergleichen: Worauf Sie achten sollten

Werbeprozente sind das eine, das Tarifblatt das andere. Fünf Punkte entscheiden, was unterm Strich übrig bleibt:

1. Effektivverzinsung statt Lockzins: Der beworbene Bonuszins gilt nur bei erfüllten Bedingungen. Fragen Sie nach der garantierten Effektivverzinsung über die gesamte Laufzeit – zu finden im Tarifblatt als „Effektivzinssatz nach Bausparkassenverordnung".

2. Abschlussgebühr und Spesen: Üblich sind rund 1 Prozent der Bausparsumme als einmalige Abschlussgebühr. Bei €25.000 sind das €250. Dazu kommen manchmal jährliche Kontoführungsentgelte.

3. Bonusbedingungen: Manche Tarife knüpfen den Bonus an Bedingungen wie Mindestlaufzeit, ununterbrochene monatliche Einzahlung oder Online-Abschluss. Wenn Sie eine Bedingung voraussichtlich nicht erfüllen, wählen Sie lieber einen Tarif mit niedrigerem, aber unbedingtem Zins.

4. Optionsrecht auf Bauspardarlehen: Der wichtigste Vorteil des Bausparens. Auch wenn Sie das Darlehen nie beanspruchen, sichert es Ihnen ein Zinsniveau für die Zukunft.

5. Prämienschädliche Verfügung: Lösen Sie vor den sechs Jahren auf oder verwenden das Geld für nicht begünstigte Zwecke, müssen Sie die Prämie zurückzahlen.

Tagesaktuelle Konditionen bieten drei Anlaufstellen: direkt bei den Bausparkassen, im Bankenrechner der Arbeiterkammer oder im Tarifrechner von durchblicker.at.

Bauspardarlehen: Geld fürs Eigenheim

Nach der Zuteilung können Sie ein Bauspardarlehen beanspruchen. Die Konditionen:

  • Darlehenshöhe: Bis zur vereinbarten Bausparsumme, üblich bis €220.000 pro Person
  • Laufzeit: 20 bis 35 Jahre je nach Tarif
  • Zinssatz: Gesetzlich begrenzt durch das Bausparkassengesetz – liegt aktuell deutlich unter vergleichbaren Hypothekarkrediten
  • Zweck: Wohnraumschaffung, -sanierung, -kauf, energetische Verbesserung oder Refinanzierung

Die genauen Zinssätze veröffentlicht keine Bausparkasse öffentlich. Sie erhalten sie erst im konkreten Angebot. Ein Bauspardarlehen lohnt sich besonders, wenn die Marktzinsen zum Zeitpunkt Ihrer Baufinanzierung gestiegen sind – dann greift die Zinsobergrenze des BSpG und Ihr Darlehen wird relativ günstig.

Für wen lohnt sich Bausparen?

Sinnvoll für:

  • Familien mit Kindern: Jedes Kind bekommt einen eigenen Prämienanspruch. Vier Verträge = bis zu €72 Prämie pro Jahr für die Familie.
  • Zukünftige Eigenheimbesitzer: Das Darlehensrecht nach sechs Jahren ist ein echter finanzieller Vorteil bei der späteren Immobilienfinanzierung.
  • Sicherheitsorientierte Sparer: Garantierte Rendite ohne Kursrisiko, Einlagensicherung bis €100.000 pro Institut.
  • Unter-25-Jährige: Viele Anbieter bieten Jugendtarife mit erhöhtem Bonuszins – lohnend, wenn die Laufzeit bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs reicht.

Weniger geeignet für:

  • Wer innerhalb von sechs Jahren an das Geld muss – die Prämie fliegt sonst weg.
  • Wer nur Rendite will: Tagesgeld, Festgeld oder ETF-Sparpläne performen derzeit besser.
  • Wer keine Wohnbaupläne hat: Das Darlehensrecht ist der Hauptvorteil, ohne Eigenheimnutzung bleibt nur die Prämie.

Bausparen oder Tagesgeld?

Das ist eine der häufigsten Fragen, die uns erreichen. Kurze Antwort: Es kommt darauf an.

Tagesgeld bietet aktuell bessere Zinsen auf dem Papier – je nach Anbieter 2,5 bis 3,5 Prozent. Sie kommen jederzeit an Ihr Geld, die Konditionen können sich aber morgen ändern.

Bausparen bietet niedrigere Guthabenzinsen, fügt aber die staatliche Prämie oben drauf. Plus das Optionsrecht auf ein günstiges Darlehen. Wenn Sie in zehn Jahren ein Haus kaufen wollen, kann ein Bausparvertrag die Gesamtfinanzierung deutlich verbilligen – besonders wenn die Zinsen bis dahin wieder steigen.

Mein Urteil: Wer sicher weiß, dass er in sechs bis zehn Jahren bauen oder kaufen wird, sollte Bausparen in Betracht ziehen. Für reine Geldanlage ohne Immobilienpläne ist Tagesgeld derzeit die bessere Wahl.

Wer unsicher ist, fährt mit einem Kompromiss gut: Einen Teil auf Tagesgeld für Flexibilität, den anderen Teil in einen Bausparvertrag für die Eigenheim-Option und die Prämie.

Wenn Sie noch grundsätzlich abwägen, ob Bausparen heute überhaupt zum Vermögensaufbau passt, vertiefen wir die Entscheidung im Bausparen-Ratgeber für Österreich 2026. Welche Tarif-Änderungen die Bausparkassen für 2026 angekündigt haben, lesen Sie im Ausblick Bausparen 2026: Was sich ändert. Wer das Bauspar-Guthaben später in eine Immobilienfinanzierung umlenken möchte, findet im Überblick Kredit in Österreich 2026 einen Einstieg in die Hypothekarwelt.

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Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Bausparkassen gibt es in Österreich?
Vier Bausparkassen sind aktuell von der FMA zugelassen: Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse, start:bausparkasse und Bausparkasse Wüstenrot. Daneben gibt es Wohnbau-Anleihebanken – das sind aber andere Produkte ohne klassisches Bausparen.
Wie hoch ist die Bausparprämie 2026?
1,5 Prozent auf Einzahlungen bis €1.200 pro Person und Jahr. Die maximale Prämie liegt bei €18 pro Jahr. Der Satz wird jährlich vom Finanzministerium festgelegt.
Welche Bausparkasse hat die besten Konditionen?
Das hängt von Ihrem Profil ab. Raiffeisen eignet sich für Menschen mit Raiffeisen-Bankverbindung. Sparkassen-Kunden sind bei s Bausparkasse gut aufgehoben. Wer ohne Filiale auskommen will, fährt mit start:bausparkasse am günstigsten. Ein Vergleich über den AK-Bankenrechner oder durchblicker.at lohnt sich immer.
Was passiert bei vorzeitiger Auflösung?
Wer vor Ablauf der sechs Jahre kündigt, muss alle erhaltenen Prämien zurückzahlen. Die Bank zieht den Betrag direkt vom Auszahlungsguthaben ab. Tarifbedingte Bearbeitungsgebühren kommen hinzu.
Können Kinder einen Bausparvertrag bekommen?
Ja. Sobald ein Kind eine Sozialversicherungsnummer hat, kann ein Vertrag auf seinen Namen laufen. Die Prämie gibt es pro Vertrag, nicht pro Haushalt. Bei zwei Kindern und zwei Erwachsenen kommen so bis zu €72 Prämie pro Jahr zusammen.
Lohnt sich Bausparen 2026 noch?
Für reine Rendite ist Bausparen nicht die beste Wahl – Tagesgeld wirft aktuell mehr ab. Als Baustein einer Immobilienfinanzierung und wegen der garantierten Prämie macht Bausparen aber nach wie vor Sinn. Wer innerhalb von zehn Jahren bauen will, sollte es in die Planung einbeziehen.
Bausparen oder Tagesgeld – was ist besser?
Beides erfüllt einen anderen Zweck. Tagesgeld gibt Ihnen Flexibilität und aktuell höhere Zinsen. Bausparen gibt Ihnen eine Prämie, Planungssicherheit und ein Optionsrecht auf ein günstiges Darlehen. Für eine Immobilienfinanzierung ist Bausparen fast immer die bessere Wahl. Für reine Geldanlage ohne Eigenheimpläne eher Tagesgeld.

Quellen


Aktualisiert am 24. Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Konditionen ändern sich; prüfen Sie aktuelle Tarife vor Vertragsabschluss. Affiliate-Links zu durchblicker.at sind als Werbung gekennzeichnet.

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Stand der Informationen: November 2024. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.