Finanzen

Bausparen Österreich 2026: Lohnt sich der Vertrag?

Bausparen Österreich 2026 ehrlich erklärt: 1,5 % Bausparprämie, sechs Jahre Bindung und für wen sich der Bausparvertrag heute wirklich noch lohnt.

Von CheckEverything.at Redaktion26. April 202615 Min. LesezeitAktualisiert am 25. Juli 2026

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Bausparen ist 2026 weder ein Renditewunder noch ein Auslaufmodell. Es ist eine staatlich geförderte Sparform mit garantierter Verzinsung und einem Türöffner zum zinsgünstigen Wohnbaukredit. Die Bausparprämie liegt 2026 bei 1,5 Prozent und damit erneut auf dem gesetzlichen Minimum. Ob das reicht, hängt davon ab, was Sie eigentlich vorhaben.

Direkte Antwort: Bausparen funktioniert 2026 in Österreich in zwei Phasen. Sechs Jahre lang zahlen Sie regelmäßig auf einen Vertrag bei einer der vier konzessionierten Bausparkassen (Raiffeisen, s Bausparkasse, start:bausparkasse, Wüstenrot) ein und erhalten 1,5 Prozent staatliche Prämie auf Einzahlungen bis 1.200 Euro pro Jahr und Vertrag. Das ergibt maximal 18 Euro Prämie pro Jahr beziehungsweise 108 Euro über die sechsjährige Bindung. Nach Ablauf können Sie auszahlen lassen, verlängern oder einen Rechtsanspruch auf ein Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke geltend machen.

Dieser Ratgeber beantwortet die Frage, die wirklich zählt: Lohnt sich ein Bausparvertrag 2026 noch, und falls ja, für wen? Wir zeigen, was die Prämie unter dem Strich bringt, welche Gebühren daran knabbern, wann das Bauspardarlehen wertvoll wird und wie sich Bausparen gegenüber Tagesgeld und ETF-Sparplan schlägt. Wer später einen Immobilienkredit in Österreich plant, sollte die Bausparoption ohnehin im Blick behalten; sie verbessert oft die Konditionen Jahre später.

Auf einen Blick: Bausparen Österreich 2026

Die Bausparprämie für 2026 bleibt bei 1,5 Prozent auf jährliche Einzahlungen bis 1.200 Euro pro Vertrag. Die maximale Förderung pro Jahr liegt damit bei 18 Euro pro Vertrag, die gesetzliche Mindestlaufzeit beträgt sechs Jahre und vier Bausparkassen sind von der Finanzmarktaufsicht (FMA) konzessioniert: Raiffeisen, s Bausparkasse, start:bausparkasse und Wüstenrot. Einlagen sind durch die Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Institut geschützt.

Das Wichtigste in 60 Sekunden

FaktWert 2026Quelle
Staatliche Bausparprämie1,5 % p.a.BMF, oesterreich.gv.at
Maximal geförderte Einzahlung1.200 € pro Jahr§ 108 EStG
Maximale Prämie pro Jahr18 €Berechnung aus Prämiensatz
Mindestlaufzeit für vollen Prämienanspruch6 JahreBausparkassengesetz
Maximales Bauspardarlehen310.000 € pro Person (seit 1.1.2026)§ 1 BSpkV
Anzahl zugelassener Bausparkassen4FMA-Register
Einlagensicherung pro Institut100.000 €ESAEG

Wie Bausparen in Österreich funktioniert

Bausparen ist im Kern ein Zwei-Phasen-Modell. In der Sparphase zahlen Sie regelmäßig oder einmalig Geld auf ein Konto bei einer der vier Bausparkassen ein, erhalten Habenzinsen und obendrauf die staatliche Prämie. Nach der gesetzlichen Mindestlaufzeit von sechs Jahren entscheiden Sie: Geld auszahlen lassen, weiterlaufen lassen oder das Recht auf ein Bauspardarlehen ziehen.

Die rechtliche Grundlage bildet das Bausparkassengesetz aus dem Jahr 1993. Es regelt unter anderem, dass nur Spezialkreditinstitute mit FMA-Konzession den Begriff Bausparkasse führen dürfen. Vier davon sind in Österreich aktiv: Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse, start:bausparkasse und Wüstenrot. Neue Anbieter sind unwahrscheinlich; der Markt ist klein und stark reguliert.

Was Bausparen von einem normalen Sparbuch unterscheidet, ist die Kombination aus drei Bausteinen: garantierte Mindestverzinsung, staatliche Prämie und Anspruch auf einen zinsgünstigen Wohnbaukredit nach der Sparphase. Diesen letzten Punkt unterschätzen viele. Wer in fünf bis zehn Jahren ein Eigenheim plant, sichert sich mit dem Bausparvertrag eine Art Zinsversicherung, auch wenn die Marktzinsen bis dahin steigen.

Staatliche Bausparprämie 2026: 1,5 Prozent

Die Bausparprämie ist das Herzstück des Modells und gleichzeitig der am häufigsten missverstandene Teil. Hier die harten Fakten:

  • Prämiensatz 2026: 1,5 Prozent auf die jährlichen Einzahlungen, festgelegt durch BMF-Verordnung im Dezember 2025
  • Höchstbemessung: 1.200 Euro pro Jahr an förderbarer Einzahlung
  • Maximale Prämie: 18 Euro pro Jahr beziehungsweise 108 Euro über die sechsjährige Mindestlaufzeit
  • Steuerlich: KESt-frei, anders als die regulären Habenzinsen

Der Prämiensatz wird jedes Jahr neu berechnet. Die Formel ist in § 108 EStG festgelegt, orientiert sich an der durchschnittlichen Sekundärmarktrendite österreichischer Bundesanleihen und bewegt sich zwischen einem gesetzlichen Minimum von 1,5 Prozent und einem Maximum von 4 Prozent. 2012 lag der Satz letztmals darüber, bei 1,875 Prozent; seit 2013 klebt er am Minimum. Solange das Zinsniveau im Euroraum nicht deutlich anzieht, wird sich daran auch in den nächsten Jahren wenig ändern.

Wichtig zu wissen: Die Prämie wird pro Vertrag gewährt, nicht pro Person und nicht pro Haushalt. Eine vierköpfige Familie kann also vier Verträge parallel führen und damit jährlich 72 Euro Prämie sammeln. Für junge Eltern oder Großeltern ist das ein konkretes Argument, einen Vertrag aufs Kind laufen zu lassen.

Die vier Bausparkassen in Österreich im Überblick

In Österreich sind vier Institute von der FMA für Bausparen konzessioniert: Raiffeisen Bausparkasse, s Bausparkasse (Erste/Sparkassen), start:bausparkasse (BAWAG Gruppe) und Wüstenrot. Plakative Spitzenzinsen sagen für sich genommen wenig aus: jeder Anbieter führt eigene Bonus-Staffeln, Aktionssätze und Online-Konditionen, und die meisten Sätze sind variabel.

Einige Orientierungspunkte auf Basis öffentlich beworbener Konditionen im Juli 2026 (alle Sätze können sich ohne Vorankündigung ändern, prüfen Sie aktuelle Bedingungen direkt beim Anbieter):

  • Raiffeisen veröffentlicht zentrale Sätze selten online; Konditionen werden in der Regel im Filialgespräch fixiert und mit bestehenden Kundenbeziehungen verknüpft.
  • s Bausparkasse wirbt aktionsweise mit Online-Abschluss über George zu Bonusstaffeln; die genaue Höhe der beworbenen Zinsen ist an Mindesteinzahlungen und Laufzeit gekoppelt, der Standardzins liegt deutlich darunter. Die Mindestrate liegt laut Anbieter zwischen 40 und 100 Euro im Monat.
  • start:bausparkasse bewirbt einen Einstiegszinssatz für die ersten Halbjahre, danach variabel; die gesetzlich auszuweisende Effektivzinsbandbreite nach § 4 BSpKG ist im klassischen Modell weit gespreizt und beim Anbieter direkt einsehbar.
  • Wüstenrot bietet mit BONUSbausparen ein Modell für Einmalerlag; Verzinsung und Bindungsdauer hängen vom gewählten Tarif ab. Der Einstieg ins klassische Bausparen ist laut Anbieter ab 25 Euro Monatsrate möglich.

Eine Gegenüberstellung aller vier Anbieter mit aktuellen Aktionen, Online-Bedingungen und Mindestraten finden Sie in unserer Bausparkassen-Übersicht für Österreich 2026.

Was kostet ein Bausparvertrag? Gebühren im Blick

Ein Punkt, der in der Werbung selten auftaucht: Bausparen ist nicht gratis. Alle vier Kassen verrechnen eine Kontoführungsgebühr. Sie liegt derzeit je nach Anbieter bei rund 7 bis 12 Euro pro Jahr; die s Bausparkasse etwa weist 0,75 Euro pro Monat aus (Stand Juli 2026). Über die sechsjährige Laufzeit summiert sich das auf etwa 40 bis 85 Euro.

Das klingt bescheiden, relativiert die Förderung aber deutlich: Der maximalen Prämie von 108 Euro über die Laufzeit stehen Kontogebühren in ähnlicher Größenordnung gegenüber. Auch der Verein für Konsumenteninformation weist darauf hin, dass die Kontoführungsgebühr den Ertrag spürbar mindert.

Ob zusätzlich ein Abschlussentgelt anfällt, hängt vom Tarif ab; verbindlich steht das im Tarifblatt und im vorvertraglichen Informationsblatt. Wer Tarife inklusive aller Spesen durchrechnen will, kann den Bankenrechner der Arbeiterkammern nutzen.

Beispielrechnung: Was bringt Bausparen wirklich

Für die folgende Rechnung nehmen wir den klassischen Fall: 100 Euro monatliche Einzahlung über sechs Jahre, also genau die maximal geförderte Summe. Als Habenzins setzen wir 2,0 Prozent pro Jahr an, einen Mittelwert aus den derzeit beworbenen variablen Tarifen. Ihr tatsächlicher Satz kann darüber oder darunter liegen.

PositionBetrag
Eingezahltes Kapital (72 × 100 €)7.200,00 €
Staatliche Prämie (1,5 % × 1.200 € × 6 Jahre)+ 108,00 €
Habenzinsen (2,0 % p.a. auf das anwachsende Guthaben)+ ca. 438,00 €
KESt (25 %) auf die Habenzinsen− ca. 110,00 €
Kontoführungsgebühr (angenommen ca. 11 €/Jahr)− ca. 65,00 €
Auszahlung nach 6 Jahren (Schätzung)ca. 7.571,00 €

Unterm Strich bleiben rund 370 Euro Plus. Das entspricht etwa 5,2 Prozent über sechs Jahre oder knapp 0,9 Prozent pro Jahr nach Steuern und Gebühren: vollständig sicher, aber unterhalb der Inflationsrate. Wer rein aufs Renditeprozent schaut, ist mit einem Tagesgeldkonto bei aktuellen Konditionen oft besser bedient.

Der eigentliche Wert liegt woanders: im Recht auf das Bauspardarlehen und in der Disziplinierungsfunktion. Sechs Jahre lang automatisch sparen ist für viele Haushalte das einzige Konstrukt, das tatsächlich funktioniert.

Bausparen, ETF, Tagesgeld: Die Optionen im Überblick

Statt eines Versprechens gibt es hier eine ehrliche Einordnung. Jede Option erfüllt einen anderen Zweck.

SparformErwartete Rendite p.a. (nach KESt)RisikoVerfügbarkeitStaatliche Förderung
Bausparen0,5 – 2,0 %Sehr geringNach 6 Jahren ohne VerlustJa, 1,5 % auf 1.200 €
Tagesgeld1,5 – 3,0 %Sehr geringTäglichNein
Festgeld (12 Monate)2,0 – 3,5 %Sehr geringNach LaufzeitNein
Sparbuch (klassisch)0,5 – 1,5 %Sehr geringVariabelNein
ETF-Sparplan (MSCI World)5,5 – 7,0 % (historisch)Mittel bis hochTäglich, mit MarktschwankungNein

Die Werte sind Richtwerte für Juli 2026 und können je nach Anbieter und Marktlage abweichen. ETF-Renditen basieren auf historischen Durchschnitten über mindestens 15 Jahre; kurzfristig sind deutliche Verluste möglich.

Bausparen ist also kein Renditeprodukt, sondern ein Sparvehikel mit Bonus auf der Kreditseite. Wer das verstanden hat, trifft die bessere Entscheidung.

Für wen Bausparen 2026 sinnvoll ist

Sinnvoll für:

  1. Familien mit Kindern. Die Prämie wird pro Vertrag gewährt. Ein Bausparvertrag fürs Kind ist ein praktisches Geburtstags- oder Taufgeschenk mit garantierter Mindestrendite und sechsjähriger Bindung.
  2. Künftige Eigenheimbesitzer. Das Recht auf das Bauspardarlehen ist eine Form der Zinssicherung. Bei steigendem Marktzinsniveau zahlt sich das später aus, gemessen an einem freien Hypothekarkredit.
  3. Sicherheitsorientierte Sparer. Wer Marktschwankungen nicht aushält, findet im Bausparen einen Hafen mit garantierter Verzinsung und gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Institut. Mehr Details dazu im Einlagensicherung-Ratgeber 2026.
  4. Junge Erwachsene unter 25. Die meisten Bausparkassen bieten Jugendtarife mit Bonuszinsen. Diese laufen mit dem 25. Geburtstag aus, also lohnt sich ein früher Abschluss.

Weniger geeignet für:

  • Wer kurzfristig auf das Geld zugreifen muss; jede Auflösung vor sechs Jahren kostet die Prämie.
  • Wer reine Rendite sucht und Marktrisiken aushält; ETFs liefern historisch deutlich mehr.
  • Wer ohnehin schon hohe liquide Reserven hat und keine Eigenheim-Pläne verfolgt.

Bauspardarlehen: Vom Sparer zum Kreditnehmer

Nach Ende der sechsjährigen Sparphase haben Sie einen Rechtsanspruch auf ein Bauspardarlehen. Seit 1. Jänner 2026 sind bis zu 310.000 Euro pro Person möglich, bei zwei Kreditnehmern entsprechend bis zu 620.000 Euro. Der Höchstbetrag steht in § 1 der Bausparkassengesetzverordnung und wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Wie viel davon im Einzelfall drin ist, ergibt sich aus der vereinbarten Bausparsumme, also der Summe aus Sparguthaben, Prämie und Darlehen, sowie aus Sparleistung und Bonität.

Bei den Zinsen arbeiten alle vier Kassen mit einem ähnlichen Muster: Der Satz ist meist variabel an den Marktzins gekoppelt, nach oben durch eine vertragliche Obergrenze von üblicherweise 6,00 Prozent gedeckelt und nach unten durch einen Mindestzins begrenzt. Das ist Branchenstandard in den Geschäftsbedingungen, keine gesetzliche Vorgabe; die aktuell beworbenen Effektivsätze liegen deutlich unter dem Deckel. Konkrete Konditionen nennen die Kassen erst nach Antrag, abhängig von Fixzinsdauer (häufig 5, 10, 15 oder 20 Jahre), Bonität und Tilgungsstruktur. Eine sinnvolle Strategie bleibt, parallel ein Angebot über die Antragsstrecke für einen freien Immobilienkredit einzuholen und beide gegenüberzustellen.

Wer das Geld schon vor der Zuteilung braucht, kann bei der Kasse ein Zwischendarlehen beantragen. Damit überbrückt die Bausparkasse die Zeit, bis das reguläre Bauspardarlehen zugeteilt wird; Details erklärt das Konsumentenportal des Sozialministeriums.

Verwenden dürfen Sie das Bauspardarlehen ausschließlich für wohnwirtschaftliche Zwecke: Erwerb, Bau, Sanierung, energetische Modernisierung oder die Umschuldung eines bestehenden Wohnbaukredits. Die Bausparkasse verlangt entsprechende Nachweise.

Bausparen für Kinder und Familien

Kein Sparmodell ist so familienfreundlich konstruiert. Die staatliche Prämie wird pro Vertrag gewährt und ohne Altersgrenze nach unten. Damit ergeben sich konkrete Möglichkeiten:

  • Ein Bausparvertrag für jedes Kind ab Geburt, finanziert durch Großeltern oder Patentante.
  • Parallel ein eigener Vertrag der Eltern.
  • Bei drei Kindern und zwei Erwachsenen kommen jährlich bis zu 90 Euro Prämie zusammen, über die sechsjährige Mindestlaufzeit also 540 Euro.

Steuerlich sind die Verträge Eigentum der jeweiligen Person. Eine Schenkungssteuer gibt es in Österreich seit 2008 nicht mehr. Schenkungen unter nahen Angehörigen müssen erst ab 50.000 Euro innerhalb von fünf Jahren beim Finanzamt gemeldet werden (§ 121a BAO); die üblichen Einzahlungen von bis zu 1.200 Euro pro Jahr liegen weit darunter. Halten Sie die Zahlungen trotzdem schriftlich fest, falls später Fragen auftauchen.

Bausparvertrag kündigen: Was Sie verlieren

Die sechsjährige Mindestlaufzeit ist kein Vorschlag, sondern Voraussetzung für den vollen Prämienanspruch. Wer den Bausparvertrag früher kündigt, verliert:

  • Die staatliche Prämie für alle Beitragsjahre rückwirkend (Ausnahme: Tod, Erwerbsunfähigkeit, Pension)
  • Bonuszinsen je nach Tarifmodell
  • Eventuelle Zusatzleistungen wie Startboni

Dazu verrechnen die Kassen bei vorzeitiger Kündigung meist eine Ausgleichszahlung, gestaffelt nach Vertragsjahr; bei der Raiffeisen Bausparkasse reicht die Staffel laut aktuellen Tarifinformationen beispielsweise von 3 Prozent im ersten bis 0,5 Prozent im sechsten Jahr (Stand Juli 2026). Was bleibt, sind die regulären Habenzinsen und das eingezahlte Kapital nach KESt-Abzug. In Summe wird die Rendite bei vorzeitiger Auflösung meist negativ.

Praxistipp: Wer absehen kann, dass das Geld vor Ablauf der sechs Jahre gebraucht wird, ist mit Tagesgeld besser bedient. Die Bindung ist nicht symbolisch, sondern wirtschaftlich relevant.

Fünf Tipps für den Bausparvertrag 2026

1. Maximalbetrag ausnutzen, aber nicht überschießen. Die 1.200 Euro Jahresgrenze ist hart. Mehr einzuzahlen bringt keine zusätzliche Prämie und verschlechtert die Renditerechnung. Wer mehr sparen will, eröffnet einen zweiten Vertrag oder nimmt ein anderes Sparprodukt dazu.

2. Einmalzahlung am Jahresanfang prüfen. Wer Anfang Jänner statt monatlich einzahlt, hat das gesamte Jahr Habenzinsen auf den vollen Betrag. Das macht über sechs Jahre einen messbaren Unterschied. Voraussetzung: Sie können den Betrag liquide zur Verfügung stellen.

3. Effektivzins vor und nach KESt unterscheiden. Bausparkassen werben gern mit den Vor-Steuer-Werten. Die für Sie relevante Größe ist die Auszahlung nach KESt und Gebühren. Im Kleingedruckten oder im vorvertraglichen Informationsblatt finden Sie beide Werte.

4. Aktionen mit Vorsicht lesen. „Bis zu 5 Prozent" oder „Sparbonus" sind oft an Mindesteinzahlungen, Online-Abschluss oder Zusatzbedingungen geknüpft. Lesen Sie die Fußnoten, sonst ist die effektive Verzinsung am Ende eine andere als auf der Kachel beworben.

5. Bausparvertrag als Darlehensoption mitdenken. Wenn Sie in fünf bis zehn Jahren bauen oder kaufen wollen, ist das Recht auf das Bauspardarlehen oft mehr wert als die Habenzinsen. Sprechen Sie das in der Beratung explizit an, statt nur über Sparmodelle zu verhandeln.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist die Bausparprämie 2026 in Österreich?

Die Prämie liegt 2026 bei 1,5 Prozent auf maximal 1.200 Euro Einzahlung pro Jahr und Vertrag. Daraus ergeben sich höchstens 18 Euro Prämie pro Jahr und 108 Euro über die sechsjährige Mindestlaufzeit. Festgelegt wird der Satz vom Bundesministerium für Finanzen jeweils im Dezember für das Folgejahr.

Lohnt sich Bausparen 2026 noch in Österreich?

Das hängt vom Ziel ab. Wer garantierte Verzinsung, die steuerfreie Prämie und den Anspruch auf ein Bauspardarlehen will, ist gut aufgehoben. Wer nur auf Rendite schaut, fährt mit Tagesgeld oder ETF-Sparplan meist besser: Nach KESt und Kontoführung bleiben beim Bausparen realistisch etwa 0,5 bis 2 Prozent pro Jahr.

Was passiert mit meinem Bausparvertrag nach Ablauf der sechs Jahre?

Sie haben drei Möglichkeiten: das Guthaben auszahlen lassen, den Vertrag verlängern oder das Bauspardarlehen in Anspruch nehmen. Das Guthaben bleibt nach Ablauf weiterhin verzinst, allerdings meist zum niedrigeren Standard-Habenzins.

Brauche ich für ein Bauspardarlehen ein Einkommen?

Ja. Auch nach sechs Jahren Sparphase prüft die Bausparkasse vor der Darlehensvergabe Ihre Bonität. Die KIM-Verordnung, die bis Mitte 2025 fixe Grenzen für Eigenmittel und Schuldendienst vorgab, ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen; Banken wenden vergleichbare Maßstäbe seither freiwillig nach FMA-Leitlinien an. Nötig sind stabile Einkünfte, ausreichende Eigenmittel und ein wohnwirtschaftlicher Verwendungszweck.

Wie hoch kann ein Bauspardarlehen maximal sein?

Seit 1. Jänner 2026 liegt die Obergrenze bei 310.000 Euro pro Person, für zwei Kreditnehmer zusammen bei 620.000 Euro. Der Höchstbetrag steht in § 1 der Bausparkassengesetzverordnung und wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Wie viel im Einzelfall möglich ist, hängt von Bausparsumme, Sparleistung und Bonität ab.

Kann ich für mein Kind einen Bausparvertrag abschließen?

Ja, und für viele Familien ist das die naheliegendste Anwendung. Jedes Kind kann einen eigenen prämienbegünstigten Vertrag haben, auch parallel zum Vertrag der Eltern. Die staatliche Prämie wird pro Vertrag gewährt, nicht pro Haushalt. Ab 25 Jahren sind die Jugendtarife mit Bonuszinsen meist nicht mehr verfügbar, deshalb ist ein früher Abschluss vorteilhaft.

Kann ich meinen Bausparvertrag von einer auf eine andere Bausparkasse übertragen?

Eine direkte Übertragung gibt es nicht. Sie können den bestehenden Vertrag aber bis zum Ende der Mindestlaufzeit weiterführen und parallel einen neuen Vertrag bei einer anderen Bausparkasse abschließen. Eine vorzeitige Kündigung führt wie beschrieben zum Verlust der Prämie.

Sind Bausparbeträge in der Einlagensicherung enthalten?

Ja. Bausparkassen sind in Österreich als Spezialkreditinstitute lizenziert und unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Institut. Mehr dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung in Österreich.

Ist die Bausparprämie steuerfrei?

Ja, die staatliche Prämie ist von der Kapitalertragsteuer befreit. Die regulären Habenzinsen unterliegen dagegen wie bei jedem Sparkonto der KESt von 25 Prozent. Prüfen Sie in den Effektivzinsangaben der Bausparkassen genau, ob die Werte vor oder nach KESt ausgewiesen sind.

Bausparen oder Tagesgeld 2026: Was ist besser?

Beides erfüllt einen anderen Zweck. Tagesgeld zahlt derzeit höhere Habenzinsen, oft 1,5 bis 3,0 Prozent pro Jahr, und das Geld bleibt täglich verfügbar. Bausparen liegt beim reinen Zins darunter, bringt dafür die staatliche Prämie und den Anspruch auf ein zinsgünstiges Bauspardarlehen nach sechs Jahren. Wer Flexibilität will, nimmt Tagesgeld. Wer sechs Jahre binden kann und später Wohneigentum plant, betreibt Bausparen daneben, nicht stattdessen.

Fazit: Bausparen 2026 ist ein Sparvehikel, kein Renditeprodukt

Ehrlich betrachtet: Die 1,5 Prozent Bausparprämie sind kein Renditewunder, und nach Kontoführungsgebühr bleibt von der Förderung weniger übrig, als die Werbung vermuten lässt. Wer ausschließlich auf Verzinsung schaut, fährt mit Tagesgeld oder einem ETF-Sparplan mathematisch besser. Was Bausparen 2026 trotzdem rechtfertigt, ist die Kombination aus Sicherheit, KESt-Freiheit der Prämie und vor allem dem späteren Anspruch auf ein Bauspardarlehen von bis zu 310.000 Euro pro Person.

Drei Punkte zum Mitnehmen:

  • Die Prämie bleibt 2026 bei 1,5 Prozent. Politisch ist daran nichts zu ändern, also planen Sie damit.
  • Prüfen Sie die effektiven Jahreszinssätze nach KESt und rechnen Sie die Kontoführungsgebühr ein, nicht nur die plakativen Aktionswerte.
  • Wenn Eigenheim ein Thema werden könnte, ist der Bausparvertrag oft mehr wert als seine reine Sparrendite vermuten lässt.

Welche der vier Bausparkassen für Sie passt, hängt von Ihrer Hausbankbeziehung, Ihrer Bereitschaft zum Online-Abschluss und Ihren langfristigen Plänen ab. Für eine unabhängige Übersicht der aktuell laufenden Aktionen und Konditionen können Sie den Tarifrechner unseres Partners durchblicker.at nutzen.

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Weiterführende Ratgeber:


Stand: Juli 2026. Konditionen, Aktionen und gesetzliche Rahmenbedingungen können sich ändern. Quellen: oesterreich.gv.at (Bausparprämie 2026), RIS (§ 108 EStG, Bausparkassengesetzverordnung), FMA-Konzessionsregister, konsument.at, Bankenrechner der Arbeiterkammern, konsumentenfragen.at, sbausparkasse.at, wuestenrot.at, start-bausparkasse.at, raiffeisen.at, Bausparkassengesetz idgF, EStG § 108.

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Stand der Informationen: 25. Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.