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Krankenversicherung ab 50 Oesterreich: Kosten & Tipps 2026

Krankenversicherung ab 50 in Oesterreich: Was kostet sie, wer nimmt Sie noch auf, welche Alternativen gibt es? Ehrlicher Ratgeber mit Praxistipps.

Von CheckEverything.at Redaktion5. April 202618 Min. Lesezeit

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Mit 50 denken viele zum ersten Mal ernsthaft ueber eine private Krankenversicherung nach. Das Knie zwickt, der Ruecken macht Aerger, und ploetzlich stehen sechs Wochen Wartezeit beim Orthopaeden im Raum. Gleichzeitig wird das Thema komplizierter: Die Praemien steigen, die Gesundheitspruefung wird strenger, und nicht jeder Versicherer nimmt Sie noch ohne Zuschlaege auf.

Dieser Ratgeber klaert, was eine Krankenversicherung in Oesterreich ab 50 wirklich kostet, welche Versicherer Sie aufnehmen und ob sich der spaete Einstieg finanziell rechnet. Alle Praemienbeispiele sind unverbindliche Richtwerte, die je nach Anbieter, Gesundheitszustand und Tarifwahl abweichen koennen.

Gesetzliche und private Krankenversicherung ab 50: Was ist der Unterschied?

Jeder Arbeitnehmer und Pensionist in Oesterreich ist ueber die Oesterreichische Gesundheitskasse (OeGK) pflichtversichert. Selbststaendige sind bei der SVS versichert. Das oeffentliche System deckt Arztbesuche, Medikamente und Krankenhausaufenthalte in der Allgemeinen Klasse ab.

Wer in die Sonderklasse im Krankenhaus will, kuerzere Wartezeiten braucht oder einen bestimmten Wahlarzt aufsuchen moechte, braucht eine private Zusatzversicherung. Ab 50 stellt sich deshalb die Frage: Reicht die gesetzliche Versicherung, oder lohnt sich der Aufpreis?

Was die OeGK ab 50 abdeckt

  • Kassenarztbesuche ohne Zuzahlung (Selbstbehalte bei einzelnen Leistungen moeglich)
  • Medikamente mit Rezeptgebuehr (derzeit ca. 7,10 EUR pro Packung, Stand 2026)
  • Krankenhausaufenthalte in der Allgemeinen Klasse
  • Vorsorgeuntersuchungen ab 50 (Koloskopie, Gesundenuntersuchung) kostenlos
  • Rehabilitation nach Antrag bei der PVA

Fuer viele reicht das aus. Die OeGK ist kein schlechtes System. Was sie allerdings nicht bietet: freie Arztwahl, kurze Wartezeiten bei Facharztterminen und Einzelzimmer im Krankenhaus.

Wann private Zusatzversicherung ab 50 sinnvoll wird

  • Sie moechten sich Ihren Operateur selbst aussuchen
  • Sie haben beruflich keine Zeit fuer wochenlange Wartezeiten
  • Ein Einzelzimmer nach einer Operation ist Ihnen wichtig
  • Sie wollen bestimmte Leistungen, die die OeGK nicht oder nur teilweise uebernimmt (etwa bestimmte Zahnbehandlungen oder alternative Medizin)

Mehr zu den monatlichen Kosten im Detail finden Sie in unserem separaten Ratgeber.

Was kostet eine Krankenversicherung ab 50 in Oesterreich?

Die Praemien haengen von drei Faktoren ab: Eintrittsalter, Gesundheitszustand und Tarifwahl. Wer mit 30 einsteigt, zahlt deutlich weniger als jemand, der erst mit 50 beginnt. Der Vergleich zeigt, wie stark die Praemien mit dem Alter steigen.

EintrittsalterSonderklasse (ca.)Aufschlag gegenueber 30-Jaehrigen
30 Jahreca. 70 EUR/MonatReferenzwert
40 Jahreca. 85 EUR/Monat+21 %
50 Jahreca. 110-140 EUR/Monat+57 % bis +100 %
55 Jahreca. 140-180 EUR/Monat+100 % bis +157 %
60 Jahreca. 180-250 EUR/Monat+157 % bis +257 %
Unverbindliche Beispielwerte fuer Sonderklasse-Tarife ohne Selbstbehalt. Die tatsaechlichen Praemien variieren je nach Versicherer und individueller Risikoeinschaetzung. Fuer ein persoenliches Angebot wenden Sie sich an einen Versicherungsberater.

Im Vergleich dazu: Wer bereits mit 30 einsteigt, spart ueber die Jahre erheblich. Mehr dazu in unserem Ratgeber Krankenversicherung ab 30.

Was beeinflusst die Praemie?

Drei Dinge bestimmen, was Sie zahlen:

Ihr Alter beim Eintritt. Je juenger Sie sind, desto guenstiger die Praemie. Der Versicherer kalkuliert die voraussichtlichen Gesundheitskosten ueber Ihre gesamte Versicherungsdauer. Mit 50 ist diese Zeitspanne kuerzer und die Wahrscheinlichkeit hoeher, dass Sie die Leistungen auch in Anspruch nehmen.

Ihr Gesundheitszustand. Die Gesundheitsfragen im Antrag sind der kritische Punkt. Bluthochdruck, Diabetes oder Rueckenprobleme fuehren oft zu Zuschlaegen oder Ausschluessen.

Der gewaehlte Tarif. Sonderklasse ohne Selbstbehalt ist am teuersten. Wahlarzt-Tarife oder Sonderklasse mit Selbstbehalt kosten weniger. Die Unterschiede koennen 30-40 % ausmachen.

Gesundheitspruefung ab 50: Was Versicherer genau wissen wollen

Die Gesundheitspruefung ist ab 50 strenger als in juengeren Jahren. Versicherer fragen in der Regel nach Diagnosen, Behandlungen und Medikamenten der letzten fuenf bis zehn Jahre. Verschweigen Sie nichts, denn nachtraegliche Korrekturen koennen dazu fuehren, dass der Versicherer den Vertrag anficht.

Typische Ablehnungsgruende

  • Bluthochdruck (medikamentoes eingestellt)
  • Diabetes Typ 2
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Rueckenprobleme mit OP-Vorgeschichte
  • Psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststoerungen)
  • Krebserkrankungen in der Vorgeschichte

Was passiert bei Vorerkrankungen?

Je nach Schwere gibt es vier moegliche Ergebnisse:

  1. Normale Annahme bei leichten, gut eingestellten Erkrankungen
  2. Risikozuschlag von 30-100 % auf die Praemie
  3. Leistungsausschluss fuer bestimmte Koerperregionen oder Diagnosen (z.B. kein Versicherungsschutz fuer Ruecken-OPs)
  4. Ablehnung bei schwerwiegenden Vorerkrankungen

Ein Tipp aus der Praxis: Stellen Sie bei mehreren Versicherern gleichzeitig einen Antrag. Die Annahmerichtlinien unterscheiden sich. Was bei einem Anbieter zur Ablehnung fuehrt, kann bei einem anderen mit einem moderaten Zuschlag angenommen werden.

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Oesterreichische Versicherer: Wer nimmt 50-Jaehrige auf?

Alle grossen oesterreichischen Versicherer bieten Tarife fuer Menschen ueber 50 an. Die Bedingungen unterscheiden sich allerdings deutlich.

VersichererMax. Eintrittsalter (ca.)Besonderheiten
UNIQA60-65 JahreBreite Tarifpalette, Unfalltarife bis 70+
Generali60-65 JahreFlexible Selbstbehalt-Optionen
Wiener Staedtische60-65 JahreGroesstes Filialnetz in Oesterreich
Allianz60-65 JahreInternationale Deckung moeglich
Merkur (Grawe)60-65 JahreTraditioneller Anbieter, regionale Staerke
Donau60-65 JahreTeil der VIG-Gruppe
Angaben zum max. Eintrittsalter sind Richtwerte und koennen je nach Tarif variieren. Unfalltarife sind oft bis 70+ moeglich. Fuer verbindliche Informationen kontaktieren Sie den jeweiligen Versicherer direkt.

Einen direkten Vergleich der zwei groessten Anbieter finden Sie hier: UNIQA vs. Merkur im Vergleich.

Drei Situationen, in denen sich der spaete Einstieg rechnet

Nicht fuer jeden lohnt sich eine private Krankenversicherung ab 50. In diesen drei Situationen kann sie sich aber durchaus auszahlen.

Situation 1: Sie sind mit 50 weitgehend gesund

Das ist die beste Ausgangslage. Ohne nennenswerte Vorerkrankungen bekommen Sie in der Regel eine normale Annahme ohne Zuschlaege. Ihr Gesundheitszustand wird beim Eintritt quasi eingefroren. Wenn Sie drei Jahre spaeter eine Diagnose erhalten, ist diese Erkrankung trotzdem voll gedeckt.

Warten Sie zu lange, riskieren Sie, dass eine neue Diagnose den Eintritt erschwert oder verteuert.

Situation 2: Operationen oder haeufige Facharztbesuche sind absehbar

Wenn sich abzeichnet, dass Sie in den naechsten Jahren medizinische Leistungen brauchen werden, etwa eine Hueft-OP, Knie-OP oder regelmaessige Facharztbesuche, kann sich die Versicherung schnell rechnen.

Zum Vergleich: Eine Hueft-OP in einem Privatspital kostet in Oesterreich ca. 15.000-25.000 EUR. Eine Knie-OP liegt bei ca. 8.000-15.000 EUR. Eine einzelne MRT-Untersuchung beim Privatradiologen kostet ca. 350-500 EUR.

Bei einer Monatspraemie von 130 EUR (1.560 EUR/Jahr) hat sich eine groessere Operation nach einigen Jahren amortisiert.

Situation 3: Die Wartezeiten im oeffentlichen System sind fuer Sie nicht tragbar

Die Wartezeiten bei Kassenaerzten in Oesterreich sind in vielen Fachbereichen lang:

  • Facharzt-Termin (Orthopaedie): oft 6-8 Wochen
  • MRT-Untersuchung: 8-12 Wochen bei der Kasse
  • Hueft-OP (elektiv): 6-12 Monate Warteliste

Mit einer Privatversicherung verkuerzen sich diese Zeiten auf Tage bis wenige Wochen. Wenn Sie berufstaetig sind und sich keine langen Ausfallzeiten leisten koennen, ist das ein gewichtiges Argument.

Alternativen, wenn die Sonderklasse zu teuer ist oder abgelehnt wird

Nicht jeder kann oder will 130 EUR und mehr im Monat fuer eine Sonderklasse-Versicherung ausgeben. Es gibt Alternativen, die weniger kosten oder leichter zugaenglich sind.

Unfall-Sonderklasse

Der Optionstarif Sonderklasse nach Unfall ist die beliebteste Alternative. Sie bekommen Sonderklasse-Behandlung bei Unfaellen, nicht bei Krankheiten.

  • Keine oder vereinfachte Gesundheitspruefung
  • Praemien ab ca. 15-25 EUR/Monat
  • Nachteil: Kein Schutz bei Krankheit, planbare OPs nicht gedeckt

Fuer Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Sonderklasse-Vollversicherung bekommen, ist das oft die einzige Moeglichkeit, zumindest bei Unfaellen in der Sonderklasse behandelt zu werden.

Wahlarzt-Versicherung mit Selbstbehalt

Wenn Ihnen der Wahlarzt-Zugang wichtiger ist als das Krankenhaus-Einzelzimmer:

  • Leichtere Annahme als Sonderklasse
  • Praemien ab ca. 40-60 EUR/Monat
  • Sie koennen sich Ihren Facharzt aussuchen
  • Nachteil: Kein Krankenhaus-Komfort, Selbstbehalt mindert die Erstattung

Mehr zu den Unterschieden zwischen Sonderklasse mit oder ohne Selbstbehalt haben wir separat aufbereitet.

Gruppenversicherung ueber den Arbeitgeber

Manche Arbeitgeber bieten Gruppentarife an, die einige Vorteile haben:

  • Vereinfachte oder keine Gesundheitspruefung
  • Guenstigere Konditionen als Einzeltarife
  • Oft auch fuer aeltere Mitarbeiter zugaenglich

Fragen Sie bei Ihrer Personalabteilung nach. Falls Ihr Arbeitgeber keinen Gruppentarif hat, koennten Sie die Einfuehrung anregen. Fuer das Unternehmen ist das ein Instrument zur Mitarbeiterbindung.

Zusatzversicherungen ab 50 im Ueberblick

Neben der klassischen Sonderklasse gibt es Zusatzversicherungen, die gezielt bestimmte Luecken der gesetzlichen Versicherung schliessen.

Zahnzusatzversicherung

Zahnersatz, Implantate und Kronen werden von der OeGK nur teilweise erstattet. Eine Zahnzusatzversicherung uebernimmt die Differenz. Ab 50 wird das relevanter, weil die Wahrscheinlichkeit fuer Zahnersatz steigt.

Praemien: ab ca. 20-40 EUR/Monat, je nach Leistungsumfang. Achtung: Viele Tarife haben Wartezeiten von 6-12 Monaten und Leistungsstaffeln in den ersten Jahren.

Wahlarzt-Zusatzversicherung (ambulant)

Deckt Wahlarzt-Honorare ab, die ueber dem Kassensatz liegen. Besonders nuetzlich, wenn Sie regelmaessig Fachaerzte aufsuchen. Unser Wahlarzt-Ratgeber fuer Wien erklaert die Details.

Brillen und Heilbehelfe

Brillen, Kontaktlinsen und orthopaedische Einlagen werden von der OeGK nur mit geringen Zuschuessen unterstuetzt. Eine Zusatzversicherung uebernimmt einen groesseren Anteil. Ab 50 brauchen die meisten Menschen eine Gleitsichtbrille, die schnell 500-800 EUR kostet.

Krankenversicherung in der Pension: Was sich aendert

Wer in Oesterreich in Pension geht, bleibt weiterhin krankenversichert. Der Krankenversicherungsbeitrag wird direkt von der Pension einbehalten. Der Beitragssatz fuer Pensionisten liegt bei ca. 5,1 % der Bruttopension (Stand 2025/2026, Quelle: Dachverband der Sozialversicherungstraeger).

Was Sie wissen sollten

  • Die gesetzliche Krankenversicherung laeuft in der Pension automatisch weiter
  • Private Zusatzversicherungen muessen Sie selbst weiterzahlen
  • Die Praemien der privaten Versicherung steigen mit dem Alter weiter an
  • Eine Rezeptgebuehrenbefreiung ist bei niedrigem Einkommen moeglich (Einkommensgrenze: ca. 1.217 EUR netto/Monat fuer Alleinstehende, Stand 2025)
  • Fuer Selbststaendige gelten ueber die SVS eigene Regelungen. Mehr dazu in unserem SVS-Ratgeber fuer Selbststaendige

Private Krankenversicherung in der Pension weiterzahlen?

Diese Frage stellen sich viele. Die Antwort haengt von zwei Dingen ab:

Erstens: Koennen Sie sich die Praemie von der Pension leisten? Rechnen Sie damit, dass die Praemie jaehrlich steigt. Wer mit 50 bei 130 EUR/Monat einsteigt, zahlt mit 70 moeglicherweise 200 EUR oder mehr.

Zweitens: Nutzen Sie die Versicherung tatsaechlich? Wenn Sie die letzten zehn Jahre nie im Krankenhaus waren und keine groesseren Eingriffe erwarten, koennte es sinnvoller sein, das Geld zurueckzulegen und Behandlungen bei Bedarf selbst zu zahlen.

Strategien, um die Praemie zu senken

Hoeherer Selbstbehalt waehlen

Mit einem Selbstbehalt von 1.000-2.000 EUR pro Versicherungsfall senken Sie die Praemie um 30-40 %. Das lohnt sich, wenn Sie selten ins Krankenhaus muessen und einen finanziellen Puffer haben.

Detaillierter Vergleich: Sonderklasse mit oder ohne Selbstbehalt

Regionaltarif statt Oesterreich-Tarif

Manche Versicherer bieten Tarife an, die nur fuer Krankenhaeuser in Ihrem Bundesland gelten. Die Einsparung liegt bei ca. 10-20 %. Der Nachteil: Sie sind bei der Spitalswahl eingeschraenkt.

Tarif ohne Privatarzt-Anteil

Reine Sonderklasse-Tarife (nur Krankenhaus) kosten weniger als kombinierte Tarife, die auch Wahlarzt-Leistungen beinhalten. Ueberlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist.

Steuerliche Aspekte

Prämien fuer Krankenversicherungen konnten frueher als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Diese Regelung (Topf-Sonderausgaben) ist fuer Vertraege ab 2016 ausgelaufen und gilt nur noch fuer Personen mit Geburtsjahr vor 1955. Fuer Selbststaendige koennen Versicherungspraemien unter bestimmten Voraussetzungen als Betriebsausgaben absetzbar sein. Lassen Sie sich dazu von einem Steuerberater beraten.

Drei Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Angestellter, 52, gesund

Herr M. ist 52, angestellt und hat keine nennenswerten Vorerkrankungen. Er moechte kuerzere Wartezeiten bei Facharztterminen und die Sonderklasse im Krankenhaus.

  • Tarif: Sonderklasse ohne Selbstbehalt
  • Praemie: ca. 130 EUR/Monat
  • Jahreskosten: ca. 1.560 EUR
  • Ergebnis: Normale Annahme ohne Zuschlaege

Bei Versicherungsdauer bis 72: Gesamtkosten ca. 31.200 EUR. Dem stehen die Kosten einer einzelnen privaten Hueft-OP (ca. 15.000-25.000 EUR) gegenueber.

Beispiel 2: Selbststaendige, 55, mit Vorerkrankungen

Frau K. ist 55, selbststaendig bei der SVS versichert und hat Bluthochdruck (gut eingestellt mit Medikamenten) und eine Ruecken-OP vor drei Jahren.

  • Erster Antrag (UNIQA): Ablehnung wegen Ruecken-OP
  • Zweiter Antrag (Generali): Annahme mit Ausschluss Wirbelsaeule und 40 % Risikozuschlag
  • Praemie: ca. 195 EUR/Monat (inkl. Zuschlag)
  • Alternative: Unfall-Sonderklasse bei anderem Anbieter fuer 22 EUR/Monat

Sie entscheidet sich fuer die Unfall-Sonderklasse und spart die Differenz privat fuer planbare Eingriffe.

Beispiel 3: Pensionist, 63, Wechselwunsch

Herr B. ist 63, seit einem Jahr in Pension und moechte von seiner bestehenden Wahlarzt-Versicherung in eine Sonderklasse wechseln.

  • Problem: Neuer Antrag mit 63, Gesundheitspruefung erforderlich
  • Diagnosen: Leichter Diabetes Typ 2, Bluthochdruck
  • Ergebnis: Risikozuschlag 60 %, Praemie ca. 280 EUR/Monat
  • Entscheidung: Bleibt bei der Wahlarzt-Versicherung (75 EUR/Monat) und legt die Differenz privat zurueck

Mehr zum Thema Versicherungswechsel: Krankenversicherung wechseln in Oesterreich

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Checkliste: So gehen Sie vor

Wenn Sie sich fuer eine private Krankenversicherung ab 50 entscheiden, bereiten Sie sich gruendlich vor.

Vor dem Antrag klaeren:

  • Aktuelle Vorerkrankungen und Diagnosen dokumentieren
  • Arztbriefe und Befunde der letzten 5-10 Jahre zusammenstellen
  • Medikamentenliste vorbereiten
  • Fruehere Krankenhausaufenthalte notieren
  • Budget langfristig planen (Praemie steigt jaehrlich)
  • Wartezeiten der Tarife beachten (3-9 Monate nach Vertragsabschluss)
  • Kuendigungsfristen bisheriger Versicherungen pruefen

Beim Tarifabschluss beachten:

  • Angebote von mindestens drei Versicherern einholen
  • Selbstbehalt-Optionen durchrechnen
  • Auf Leistungsstaffeln in den ersten Jahren achten
  • Praesenerhöhungsklauseln im Kleingedruckten pruefen
  • Ausschluesse und Einschraenkungen genau lesen

Haeufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Krankenversicherung ab 50 in Oesterreich?

Das haengt von Ihrem Gesundheitszustand, Budget und Ihren Erwartungen ans Gesundheitssystem ab. Wer gesund ist, sich die Praemie leisten kann und kuerzere Wartezeiten oder die Sonderklasse im Krankenhaus moechte, fuer den kann sich der Einstieg ab 50 rechnen. Wer bereits Vorerkrankungen hat, zahlt Zuschlaege oder bekommt Leistungsausschluesse.

Welche Versicherer in Oesterreich nehmen 50-Jaehrige auf?

Alle grossen oesterreichischen Versicherer (UNIQA, Generali, Wiener Staedtische, Allianz, Merkur/Grawe, Donau) bieten Tarife fuer diese Altersgruppe an. Das maximale Eintrittsalter liegt je nach Tarif bei ca. 60-65 Jahren. Unfalltarife sind oft bis 70+ moeglich. Die Annahmerichtlinien unterscheiden sich je nach Versicherer.

Gibt es ein Hoechstalter fuer den Einstieg in die private Krankenversicherung?

Ja. Die meisten Versicherer setzen das maximale Eintrittsalter fuer Sonderklasse-Vollversicherungen bei 60-65 Jahren an. Fuer Unfalltarife und einzelne Zusatzversicherungen (z.B. Wahlarzt) gelten oft hoehere Grenzen. Nach 65 wird es schwierig, eine neue Vollversicherung abzuschliessen.

Was kostet eine Sonderklasse-Versicherung mit 50?

Die monatlichen Praemien fuer eine Sonderklasse-Versicherung liegen fuer 50-Jaehrige bei ca. 110-140 EUR ohne Selbstbehalt. Mit Selbstbehalt von 1.000-2.000 EUR sinkt die Praemie um rund 30-40 %. Vorerkrankungen koennen zu Zuschlaegen von 30-100 % fuehren. Alle Angaben sind unverbindliche Richtwerte.

Was kann ich tun, wenn mein Antrag abgelehnt wird?

Probieren Sie einen anderen Versicherer. Die Annahmerichtlinien unterscheiden sich. Alternativ kommen ein Unfall-Sonderklasse-Tarif, eine Wahlarzt-Versicherung ohne Sonderklasse oder eine Gruppenversicherung ueber den Arbeitgeber in Frage. Warten Sie nach einer Ablehnung mindestens sechs Monate, bevor Sie bei demselben Versicherer erneut anfragen.

Kann ich mit Diabetes oder Bluthochdruck eine Krankenversicherung abschliessen?

Ja, in vielen Faellen. Gut eingestellter Bluthochdruck oder stabiler Diabetes Typ 2 fuehren bei manchen Versicherern zu einem Risikozuschlag von 30-60 %, nicht zwingend zu einer Ablehnung. Die Bedingungen variieren stark zwischen den Anbietern. Holen Sie mehrere Angebote ein.

Sind die Praemien steuerlich absetzbar?

Fuer Vertraege ab 2016 koennen Krankenversicherungspraemien nicht mehr als Sonderausgaben geltend gemacht werden (Topf-Sonderausgaben ausgelaufen fuer Geburtsjahrgang ab 1955). Selbststaendige koennen unter bestimmten Voraussetzungen Versicherungspraemien als Betriebsausgaben absetzen. Fragen Sie Ihren Steuerberater.

Wie aendert sich die Krankenversicherung in der Pension?

Die gesetzliche Krankenversicherung (OeGK) laeuft in der Pension automatisch weiter. Der Beitrag (ca. 5,1 % der Bruttopension) wird direkt einbehalten. Private Zusatzversicherungen muessen Sie selbst weiter bezahlen. Die Praemien steigen auch in der Pension jaehrlich an.

Fazit: Eine ehrliche Einschaetzung

Eine Krankenversicherung ab 50 in Oesterreich abzuschliessen, ist moeglich und kann sich lohnen. Aber es ist kein Selbstlaeufer.

Was dafuer spricht: Gesunde 50-Jaehrige bekommen gute Konditionen. Die Wartezeit-Vorteile im privaten System wiegen schwer. Und eine groessere Operation kann die Praemien mehrerer Jahre rechtfertigen.

Was dagegen spricht: Die Praemien sind hoeher als bei fruehzeitigem Einstieg. Vorerkrankungen fuehren zu Zuschlaegen oder Ausschluessen. Und die Kosten laufen bis ans Lebensende weiter.

Unser Rat: Machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie ist Ihr Gesundheitszustand? Was koennen Sie sich langfristig leisten? Was erwarten Sie vom Gesundheitssystem? Und dann holen Sie konkrete Angebote ein, statt sich auf Durchschnittswerte zu verlassen.

Wenn Sie sich entscheiden: Warten Sie nicht laenger. Jedes Jahr, das vergeht, macht den Einstieg teurer.

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Quellen und weiterfuehrende Informationen:


Haftungsausschluss: Die Informationen in diesem Artikel dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine Versicherungs- oder Steuerberatung dar. Alle Angaben zu Praemien, Leistungen und steuerlichen Regelungen sind unverbindliche Beispielwerte und koennen sich aendern. Fuer ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Versicherungsberater oder direkt an die Versicherungsanbieter. Fuer steuerliche Fragen konsultieren Sie einen Steuerberater.

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Stand der Informationen: November 2024. Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.